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. 2021 Apr 20;24(2):15. [Article in German] doi: 10.1007/s15015-021-3441-3

Multiples Myelom in der COVID-19-Pandemie

Kathrin von Kieseritzky 1,
PMCID: PMC8047592

In der aktuellen Pandemiesituation ist auf Patienten mit multiplem Myelom, die oft schon älter sind und ein hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19 haben, besonderes Augenmerk zu richten. Ein Forum internationaler Experten spricht Empfehlungen aus.

Das multiple Myelom (MM) ist eine maligne Plasmazellerkrankung, die bevorzugt bei älteren Patienten auftritt. Infektionen, vor allem respiratorische Infektionen, erhöhen ihr Mortalitätsrisiko. Gleichzeitig handelt es sich bei dieser Altersgruppe um die besonders vulnerable Kohorte im Hinblick auf ein erhöhte Sterblichkeit bei einer Infektion mit SARS-CoV-2. Es gilt deshalb in besonderem Maße, ältere MM-Patienten vor der Infektion mit SARS-CoV-2 und damit vor COVID-19 zu schützen. Tragischerweise sind Gesundheitseinrichtungen für MM-Patienten Lebensretter und Infektionsrisiko zugleich. Die effektivste Möglichkeit, einer SARS-CoV-2-Infektion vorzubeugen, ist bislang noch immer das Einhalten physischer Distanz. So lange, bis ein effizientes System mit regelmäßigen Tests auf Vorliegen der Infektion entwickelt ist, müsse den Erxperten zufolge versucht werden, den Kontakt von älteren Myelompatienten mit Gesundheitseinrichtungen, so gut es geht, zu minimieren.

Dies betrifft insbesondere den Bereich der supportiven Therapien, die oft aber einen intensiven Kontakt erfordern. Hierfür sollten, soweit es möglich ist, auch telefonische Kontakte oder Videosprechstunden genutzt werden. Gleichzeitig sind andere Infektionsrisiken zu minimieren, etwa durch die Umsetzung der Impf-Empfehlungen, etwa gegen Pneumokokken.

Besonderes Augenmerk in der jetzigen Situation ist auf die Personalisierung der Therapie zu richten. Nicht für alle Patienten kommen alle aggressive Therapiestrategien in Frage, weil die Gefahr von Nebenwirkungen und Komplikationen bei bereits bestehenden Komorbiditäten zu hoch ist. Wenn sich ein bestimmtes Therapieregime durch eine gute Krankheitskontrolle als wirksam und gut verträglich erwiesen hat, sollte die Therapie unabhängig vom Risiko für eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 beibehalten werden. Wird ein Wechsel des Therapieregimes nötig, sollte nach Möglichkeit eine orale Therapie erwogen werden, um eine Behandlung auch unabhängig von der Klinik oder Arztpraxis zu gewährleisten.

Fazit: Während der Initiierung einer Therapie oder des Wechsels auf ein neues Regime sollte das Risiko für Nebenwirkungen soweit wie möglich reduziert werden, um eine Dosisreduktion oder gar einen Abbruch der Behandlung zu vermeiden. Der Einsatz von Therapieregimen, die mit dem Risiko für pulmonale Nebenwirkungen und Komplikationen einhergehen, ist bei älteren Patienten in der derzeitigen Situation besonders sorgfältig abzuwägen. Dies gilt vor allem für den Einsatz von Steroiden, der immunsuppressive Wirkung bekannt ist.

Mian H et al. Caring for older adults with multiple myeloma during the COVID-19 Pandemic: Perspective from the International Forumfor Optimizing Care of Older Adults with Myeloma. J Geriatr Oncol. 2020;11(5):764-8


Articles from Im Fokus Onkologie are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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