Mit dem Moderna-Impfstoff gegen COVID-19 entwickelte in Studien rund jeder sechste Patient auf der Körperseite mit der Impfinjektion axilläre Lymphknotenschwellungen. Bei etwa 1 % wurde in den Zulassungsstudien zwei bis vier Tage nach der Impfung eine klinisch nachweisbare axilläre oder supraklavikuläre Lymphadenopathie registriert. Mit dem Biontech-Pfizer-Vakzin traten Lymphadenopathien in Studien US-amerikanischen Onkologen zufolge bei etwa 0,3 % der Patienten auf [Özütemiz C et al. Radiology. 2021; https://doi.org/f7gp].
Wie sehr solche Befunde irritieren können, zeigen sie an fünf Fällen. Bei einer 32-Jährigen, bei der die intraparotideale Lymphadenopathie nach malignem Melanom mit Lymphknotenbefall abgeheilt war, fanden sich linksseitig multiple leicht vergrößerte axilläre Lymphknoten. Da eine Tumorprogression nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde eine Biopsie empfohlen. Wie sich in Gesprächen herausstellte, hatte die Frau sechs Tage zuvor eine Biontech-Pfizer-Impfung in den linken Arm bekommen. Auf die Biopsie wurde deshalb verzichtet und weiter beobachtet. So auch bei einer 57-Jährigen, die beim Brustkrebs-Screening mit einer linksseitigen axillären Lymphadenopathie auffiel. Da auch sie wenige Tage zuvor den Biontech-Pfizer-Impfstoff bekommen hatte, verzichteten die Ärzte auf eine Biopsie und empfahlen eine spätere Ultraschalluntersuchung. Bei einem 41-Jährigen fanden die Ärzte nach erfolgreicher Metastasenbestrahlung im Kontroll-MRT neue Cluster linksseitiger axillärer Lymphknoten mit bis zu 20 mm Durchmesser und 7 mm Dicke. Zudem erkannten sie ein Ödem im Musculus deltoideus. Beide Befunde führten die Ärzte auf die vier Tage zuvor erfolgte Biontech-Pfizer-Impfung zurück. Zwei weitere Patienten wurden bei ähnlicher Sachlage biopsiert, waren aber tumornegativ. Später stellte sich heraus, dass beide wenige Tage zuvor gegen COVID-19 geimpft worden waren. Ob axilläre Lymphadenopathien nach der COVID-19-Impfung besonders oft auftreten und ob es dabei Unterschiede zwischen den COVID-19-Vakzinen gibt, lässt sich noch nicht sagen. Krebs- und Screeningpatienten sollten bei auffällig vergrößerten axillären und supraklavikulären Lymphknoten jedoch nach der Impfung gefragt werden, so die Studienautoren. Liege diese weniger als zwei Wochen zurück, dürfte es sich bei ansonsten fehlenden Hinweisen auf Metastasen eher um eine Impfreaktion handeln.

