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. 2021 May 17;13(2):51–53. [Article in German] doi: 10.1007/s15033-021-2708-x

Was fliegt denn da?

Friederike Klein 1,
PMCID: PMC8093587  PMID: 33968268

Pollenflugvorhersagen haben Tücken. Der Pollenflug schwankt saisonal und regional stark und die Natur lässt sich nicht in strenge Schemata pressen.

Ob Hasel, Erle oder Birke - die Baumpollen zeigen größtenteils einen Trend hin zu stärkerem und etwa vier Wochen früherem Flug. Dafür endet die Baumpollen-Flugsaison aber auch früher, betonte Prof. Karl-Christian Bergmann vom Allergie-Zentrum Charité in Berlin. Die Gesamtpollenzahl steigt zumindest an einigen Standorten an und die Tage mit hoher Belastung nehmen regional zu, erklärte er am Beispiel des Birkenpollenflugs in München über 30 Jahre [1]. Auffällig sind stärkere Unregelmäßigkeiten: Bei der Hasel wechselten sich Anfang der 2000er-Jahre noch Jahre mit stärkerem und Jahre mit weniger starkem Pollenflug ab. Dieses regelmäßige Muster gibt es laut Bergmann jetzt nicht mehr. Kapriolen schlug der Pollenflug der Erle: Die erreichten Pollenkonzentrationen waren 2019 um 690 % höher als im Vorjahr. 2020 wie 2021 scheint sich dieser Pollenflug wieder auf dem früheren Niveau einzupendeln.

Die in der Luft gemessenen Gräserpollenkonzentrationen sind relativ konstant, nur beginnt die Saison inzwischen eine Woche früher als noch in den ersten 2000er-Jahren. Die gemessenen Konzentrationen von Beifußpollen nehmen langsam ab - wahrscheinlich aufgrund eines abnehmenden Vorkommens, während die mit Beifußpollen kreuzreaktiven Ambrosiapollen in der Luft nur geringfügig zunehmen und insgesamt bis auf wenige Gebiete wie z. B. rund um Cottbus auf einem niedrigen Niveau bleiben. Das Ausreißerjahr 2014 war überwiegend auf einen Eintrag durch Fremdflug aus Ungarn zurückzuführen, erklärte Bergmann.

Nicht kommerzielle Pollenvorhersage empfohlen

Weil die Variabilität des Pollenflugs von Jahr zu Jahr, regional und je nach Wetterlage so groß ist, empfiehlt Bergmann eine gute, aktuelle, nicht kommerzielle Pollen- und Symptomvorhersage. Basierend auf dem Netz des Polleninformationsdiensts (PID) mit 36 Messstationen und unter Einbezug von Phänologie, Wettervorhersage und anderen relevanten Faktoren wird hier eine Wochen-Pollenvorhersage herausgegeben, die auch gut im Wartezimmer oder in der Ambulanz aufgehängt werden kann. Eine E-Mail an das Allergie-Zentrum Charité (barbora-wechan@charité.de) genügt, um den kostenfreien Dienst via E-Mail zu erhalten.

Quelle: Bergmann KC: "Allergene in Außenluft und Innenräumen", 11. Allergologie-Update-Seminar, 19.3.2021

Pollen - keine Coronaviren-Booster!

Erwachsene und Kinder mit einer allergischen Rhinokonjunktivitis oder allergischem Asthma haben kein erhöhtes Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion, betonte Prof. Karl-Christian Bergmann vom Allergie-Zentrum Charité in Berlin. Eine Stellungnahme des Polleninformationsdienstes vom 10.3.2021 tritt ausdrücklich dem durch einige Publikationen erzeugten Eindruck entgegen [https://www.pollenstiftung.de/news/]. Pollen tragen keine Coronaviren und es gab im vergangenen Jahr auch keine Korrelation von Pollenflug und COVID-19-Infektionen, sagte Bergmann und erklärte, bei einer SARS-CoV-2-Infektion hätten Pollenallergiker auch keinen schwereren Verlauf oder ein höheres Sterberisiko als Nichtallergiker.

Literatur

  • 1.Bergmann KC et al. Allergy. 2020;75(12):3024-6 [DOI] [PubMed]

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