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. 2021 May 21;18(5):41. [Article in German] doi: 10.1007/s11298-021-2037-8

Multiorganvirus: Eine Bestandsaufnahme

Thomas Meißner 1,
PMCID: PMC8097126  PMID: 33967669

Nach überstandener COVID-19-Erkrankung bestehen nicht selten weiterhin Symptome. Und das, obwohl sich die Lungenfunktion meist normalisiert. Geachtet werden sollte unter anderem auf neurologische Symptome.

Es gibt auch gute Nachrichten in Bezug auf COVID-19: Bei den meisten stationär behandelten Patienten mit überstandener Erkrankung normalisiert sich die Lungenfunktion im weiteren Verlauf, radiologisch sichtbare Veränderungen der Lunge bilden sich zurück, unabhängig vom Schweregrad der akuten Erkrankung. Das berichtete Prof. Michael Dreher, Aachen, beim virtuellen Internistenkongress.

Nach seinen Erfahrungen bestehen drei Monate nach Entlassung aus dem Krankenhaus meist keine wesentlichen Lungenfunktionseinschränkungen mehr, allenfalls mild bis moderat ausgeprägte Diffusionsstörungen. Die meisten Patienten seien auch kardial nicht eingeschränkt.

Fatigue: ein häufiges Problem

Fast 50% berichten dennoch über Abgeschlagenheit und Fatigue und sind nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Das bei hospitalisierten COVID-19-Patienten deutlich erhöhte Thromboembolie-Risiko müsse auch nach Abklingen der Akuterkrankung weiter beachtet werden, sagte Dreher. Erfolgreich behandelte Patienten neigen aber offenbar nicht dazu, in der Nachsorge gehäuft Thromboembolien zu entwickeln, so zumindest die Aachener Erfahrungen.

Der Weg zurück nach Hause ist für stationär behandelte COVID-19-Patienten aber lang, mit unter Umständen kritischen Phasen, die Behandlung ist aufwändig.

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Lunge, Gefäße, Leber, Nieren...

Außer der Lunge und dem Gefäßsystem sind weitere Organe vom Virus befallen: Leber, Herz und vor allem die Nieren. In einer Hamburger Autopsie-Studie konnte das Virus bei 60% der verstorbenen Patienten in den Nieren nachgewiesen werden. "SARS CoV-2 ist ein Multiorganvirus", sagte Prof. Tobias Huber, Hamburg-Eppendorf. Nierenversagen sei das zweithäufigste Organversagen bei den Patienten. Es ist damit einer der wichtigsten Morbiditäts- und Mortalitätsfaktoren bei COVID-19.

Der Organtropismus lässt sich als Indikator für einen schweren Krankheitsverlauf nutzen. So deutet ein positiver Urinstix bei Krankenhausaufnahme bereits auf eine schlechte Prognose hin, ein negativer Test auf eine eher günstige Prognose.

Außer den Nieren zeigt auch die Leber einen ausgeprägten Virustropismus. Viele COVID-19-Patienten haben erhöhte Leberenzym-Werte, teilweise auch noch nach Entlassung aus dem Krankenhaus.

"Das CRP explodiert innerhalb weniger Tage"

Die Hyperinflammation bei schwer Erkrankten ist beeindruckend. "Das CRP explodiert innerhalb weniger Tage", berichtete Prof. Andreas Schwarting, Mainz. Teilweise konnte der Zytokinsturm mit Immunsuppressiva, wie z.B. einem Interleukin-1-Blocker, gebändigt werden. Noch gilt es aber, die pathophysiologischen Hintergründe der Erkrankung genauer aufzuklären. Aus therapeutischer Sicht sei es wichtig, die Hyperinflammation beim Patienten rechtzeitig zu erkennen, so Schwarting. "Das Inflammasom scheint ein sehr wichtiger Therapieansatzpunkt zu sein". Nach seinen Angaben laufen derzeit mehr als 4.800 interventionelle Studien zur COVID-19-Therapie.

Der Rostocker Neurologe Prof. Andreas Hermann forderte dazu auf, bei stationär behandelten Patienten aktiv nach neurologischen Symptomen zu suchen, vor allem bei Enzephalopathie. Bei diesen Patienten sind gehäuft ischämische Schlaganfälle, Enzephalitis, Hirnblutungen und andere Komplikationen beobachtet worden. Neurologisch vorerkrankte Patienten haben nach seinen Angaben außerdem ein erhöhtes Risiko, an COVID-19 zu erkranken, verbunden mit erhöhter Morbidität und Mortalität.

127. Kongress der DGIM 2021


Articles from CME (Berlin, Germany) are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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