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. 2021 May 10;163(Suppl 1):12. [Article in German] doi: 10.1007/s15006-021-9890-y

Wg. COVID-19: Infarktpatienten meiden Hausarzt und Klinik

Karl-Heinz Patzer 1,
PMCID: PMC8098010  PMID: 33950430

Wie wirkt sich ein Lockdown in der Corona-Pandemie auf Anzahl und Verhalten von Herzinfarktpatienten aus? Kommen viele von ihnen - wie befürchtet - erst in die Klinik, wenn es schon fast zu spät ist?

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Die Frage haben Kardiologen um PD Dr. Sylvia Otto von der Universitätsk Klinik Jena (UKJ) für Innere Medizin I untersucht. Die erschreckende Erkenntnis: Bei Herzinfarkt wird tatsächlich häufiger gezögert und Betroffene kommen oft, wenn es schon fast zu spät ist.

In der Studie haben die Herzspezialisten die Daten aus der Zeit der ersten Ausgangssperren und Geschäftsschließungen im März und April 2020 mit den entsprechenden Monaten aus 2019 verglichen. Im ersten Lockdown wurden 417 Patienten (vorwiegend männlich, Durchschnittsalter 70 Jahre) mit akutem Koronarsyndrom behandelt, im Median 10% weniger als im Vergleichszeitraum. "Phasenweise haben wir sogar um die Hälfte weniger Infarktpatienten gesehen", so Otto.

Die Art der Klinikeinweisung war ebenfalls verändert: "Es haben sich deutlich weniger Patienten als gewöhnlich selbst in der Notaufnahme vorgestellt", so Otto. "Auch der Hausarzt wurde gemieden." Die meisten Einweisungen kamen über den Rettungsdienst. Parallel dazu ist aus anderen Untersuchungen bekannt, dass die Zahl außerklinischer Wiederbelebungen infolge eines Herz-Kreislauf-Stillstands signifikant gestiegen ist. "Hierunter sind auch Herzinfarktpatienten zu vermuten, die es nicht mehr rechtzeitig in die Klinik geschafft haben", so die Jenaer Oberärztin.

Warum die Betroffenen zögerten, zeigten Arzt-Patienten-Gespräche: "Das hat sicher mehrere Gründe, etwa die Angst vor COVID-19, der Wunsch Krankenhäuser nicht zu überlasten, aber auch das Bewusstsein aufgrund des Lockdowns eher zuhause zu bleiben, spielt eine Rolle", erklärt Otto.

Die Studie ist bereits in der nächsten Phase. Aktuell werden Daten aus der 2. und 3. Welle gesammelt und mit den bisher gewonnenen Erkenntnissen aus dem ersten Lockdown verglichen.

Quelle: Universitätsklinikum Jena, Pressemeldung 23.04.21; https://bit.ly/3xA8QJY


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