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. 2021 Jun 7;73(6):38–39. [Article in German] doi: 10.1007/s00058-021-2051-y

Wissenschaft in 5 Minuten

PMCID: PMC8152191  PMID: 34075256

Berufsdermatosen sind Geschlechter abhängig.

In einer Retrospektivstudie stellten Forscher jetzt fest, dass es bei berufsbedingter allergischer Kontaktdermatitis (OACD) Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Analysiert wurden die Einträge der Datenbank des zentralen italienischen Versicherungsinstituts für Arbeitsunfälle, INAIL. Mehr als 1.500 OACD-Patienten wurden dort innerhalb von fünf Jahren registriert, davon waren 58% Männer und 42% Frauen. Die OACD-Fälle machten 63% aller gemeldeten Berufsdermatosen aus, jedoch weniger als 1% aller registrierten Erkrankungen insgesamt. Die Auswertung ergab, dass Frauen häufiger als Friseurinnen, Kosmetikerinnen und im Gesundheitswesen arbeiteten und dadurch vor allem durch Haarfärbemittel und Kautschukzusätze wie in Einmalhandschuhen, eine OACD entwickelten. Männer waren eher als Handwerker oder Industriearbeiter tätig, sodass bei ihnen am häufigsten Zement und Expoidharze für die Erkrankung verantwortlich waren.

Salvati L et al. Allergo J Int 2021

Lebensretter Staubsauger .

Manchmal sind mit unkonventionellen Methoden große Erfolge zu erzielen. Dies zeigt z.B. eine Untersuchung von Tatsuya Norii, Albuquerque und Kollegen. Die Forscher erfassten alle Fälle zwischen 2014 und 2019, bei denen über den Einsatz eines Staubsaugers zur Entfernung von Fremdkörpern aus den Atemwegen berichtet wurde. Meist griff ein Familienangehöriger zu dieser Maßnahme. Die betroffenen Personen aspirierten ausschließlich beim Essen. Dabei gerieten Brot, Reis, Kuchen, Fleisch oder Gemüse auf den falschen Weg. Bei acht von 386 Personen mit Fremdkörperobstruktion war durch eine anwesende Person versucht worden, die Atemwege mittels Staubsauger zu befreien. Bei vier Personen kam es zum Herzstillstand. Bei drei Patienten gelang die Fremdkörperentfernung mit dem Staubsauger schließlich, und sie überlebten ohne größere neurologische Komplikationen.

doi: 10.1016/j.resuscitation.2021.02.006

Infertilität ist ein Warnsignal für Männer.

Auf welche Weise männliche Infertilität die Mortalitätsziffern beeinflusst, hat Francesco Del Giudice von der Sapienza-Universität in Rom zusammen mit Forscherkollegen untersucht. Ihre Berechnungen ergaben für infertile Männer eine insgesamt um 26% erhöhte Sterblichkeit verglichen mit fertilen Kontrollen. Doch während infertile Männer eine höhere Sterblichkeit hatten als fertile, ergab ein Vergleich mit ihrer rechnerisch zu erwartenden Mortalität sogar eine Untersterblichkeit. Del Giudice und Mitarbeiter führen das auf eine Art von Healthy Worker Effekt zurück - wobei die "Arbeit" hier in dem Versuch bestünde, ein Kind zu zeugen. Männer, die sich auf dieses Unterfangen einlassen, wären demnach im Allgemeinen gesünder als unselektierte Vergleichspersonen.

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Del Giudice F et al. Urology 2021; doi: 10.1016/j.urology.2021.02.041

N95-Masken sterilisieren.

Ultraviolette Strahlung, feuchte Hitze und Dampf in der Mikrowelle sind wirksame Mittel zur Wiederaufbereitung von N95-Masken. Das berichten Forscher, die in einem Review verschiedene Methoden der Sterilisation auf ihre Wirkung und Sicherheit hin untersucht haben. Auch vaporisiertes Wasserstoffperoxid eigne sich zur Dekontamination, die Methode benötige aber mehr Zeit und sei kostenintensiver, schreibt das Team um Dr. Max Schumm, Los Angeles. Weniger geeignet ist den Ergebnissen zufolge eine Sterilisation mit Ethylenoxid, da bei dieser Methode giftige Rückstände in der Maske verbleiben können.

Schumm M. et al. JAMA. Published online March 3, 2021

Stress belastet das Herz.

Belastende Lebensereignisse (Erkrankungen, Tod des Partners etc.) und Ärger im sozialen Bereich erhöhen das Risiko von Frauen, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, um fast 10%. Kommt noch beruflicher Stress hinzu, hat dies offenbar besonders negative Folgen: Die Gefahr für diese Erkrankung liegt dann um 21% höher als bei wenig gestressten Geschlechtsgenossinnen. Das zeigt eine US-Studie mit Daten von mehr als 80.000 Teilnehmerinnen.

Wang C et al. J Am Heart Assoc 2021;10:e017780;doi: 10.1161/JAHA.120.017780

Mehr Depressionen und Angststörungen .

Jeder dritte COVID-19-Patient entwickelt innerhalb von sechs Monaten nach der Infektion neurologische oder psychiatrische Erkrankungen. Das Risiko liegt um 44% bzw. 16% höher als nach einer Influenza oder anderen Atemwegserkrankungen. Das belegt eine Beobachtungsstudie aus den USA mit Daten von 236.000 Patienten. Am häufigsten waren Angststörungen (bei 17%) und Depressionen (bei 14%). Neurologische Erkrankungen wie Schlag-anfall oder Demenz waren zwar seltener als psychiatrische Erkrankungen, insgesamt aber keine Seltenheit.

Taquet M et al. The Lancet Psychiatry 2021; doi: 10.1016/S2215-0366(21)00084-5

Weniger Grippetote in Deutschland.

Trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie sind im März 2021 laut Statistischem Bundesamt deutlich weniger Menschen gestorben als in den gleichen Monaten der Vorjahre. Demnach gab es bundesweit 81.359 Todesfälle - 11% weniger als im März-Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020. Im gesamten 1. Quartal 2021 gingen die Todeszahlen um 2% zurück. Ursache ist die äußerst schwache Grippewelle im abgelaufenen Winter - laut Experten ein positiver Nebeneffekt der bundesweiten Maskenpflicht.

Destatis 2021 Pressemitteilung Nr. 185; https:// bit. ly/ 3wS9OAY

In Corona-Zeiten studieren.

In den letzten Jahren hat sich der Unterricht in der Pflegeausbildung stark gewandelt. SkillsLab, blended learning und problem-orientiertes Lernen sind nur einige Stichworte, um diese Entwicklung zu skizzieren. Durch die Corona-Pandemie mussten nicht nur in Deutschland die Unterrichtsformen kurzfristig verändert werden. Die Umstellung war mit großen Herausforderungen verbunden, aber auch mit Chancen und Möglichkeiten, neue Lehr-& Lernformen auszuprobieren und zu etablieren. Forscher aus Göteborg (Schweden) haben daher untersucht, welche Erfahrungen Pflegestudierende im 2. Semester während der Umstellung vom traditionellen Lernen auf dem Campus hin zum Distanz-Unterricht mit digitalen Tools gemacht haben. Um diese Erfahrungen zu beschreiben, wurden zuerst Gruppeninterviews durchgeführt und anschließend Fragebögen entwickelt und ausgewertet. An den Gruppeninterviews nahmen neun von 132 Studierenden teil.

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Vorab aufgezeichnete Vorlesungen waren am beliebtesten

Die Ergebnisse dieser Interviews dienten als Grundlage für den Fragebogen, der aus 16 Fragen bestand und online von 74% der Probanden (n=132) ausgefüllt wurde. Von den drei Lehrformen - aufgezeichnete Videovorlesungen, live online-Unterricht und Selbststudium - waren die vorab aufgenommenen Vorlesungen am beliebtesten, das Selbststudium wurde am wenigsten favorisiert. Die Mehrheit der Befragten gab eine Verschlechterung der Vermittlung der Lerninhalte und der Kommunikation zwischen Lehrer und Lernenden an. Weitere Ergebnisse lieferte die Studie bezüglich der physischen und psychosozialen Lernumgebung. So gab mehr als die Hälfte der Studierenden für beide Aspekte eine Verschlechterung an. Dies wurde u.a. mit der fehlenden Möglichkeit die Bibliothek zu nutzen oder fehlenden sozialen Kontakten begründet. Die verminderten sozialen Interaktionen führten bei einer hohen Anzahl der Befragten zu einer Abnahme der Motivation. Einige Studierende fühlten sich "arbeitslos". Insgesamt bevorzugten zwei Drittel der Probanden den "klassischen" Unterricht auf dem Campus, 33% präferierten die neue Variante - das Distanzlernen mit digitalen Tools.

Langegård U, Kiani K, Nielsen SJ, Svensson PA. Nursing students' experiences of a pedagogical transition from campus learning to distance learning using digital tools. BMC Nursing 20 (2021) 23; https://doi.org/10.1186/s12912-021-00542-1

Kommentar: Die Ergebnisse der Studie sind insofern relevant, als das man aus ihnen Schlüsse ziehen kann, wo und wie das Distanzlehren auch in Deutschland verbessert werden kann. Die befragte Kohorte umfasste nur ca. 130 Studierende aus einem Kurs und der in der Studie erst entwickelte Fragebogen wurde nicht validiert. Dies sind die offensichtlichsten Limitationen der Studie. Außerdem haben sich seit dem Zeitpunkt der Erhebung (April 2020) einige Dinge im digitalen Distanz-Lernen verändert und verbessert. Insofern sind die Ergebnisse auf die heutige Situation nur schwer übertragbar. Allerdings werden Auszubildende und Studierende auch zukünftig unter fehlender sozialer Interaktion leiden, die sowohl die Motivation als auch die Selbstverantwortung schwinden lässt. Dieses Problem sollten Lehrverantwortliche ernst nehmen und - neben der geeigneten Wahl der Lehrmethode bzw. Lehrform - in den Vordergrund stellen.


Articles from Die Heilberufe are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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