Die Antikörper-vermittelte Antwort auf die COVID-19-Impfung mit dem Biontech-Vakzin ist bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) erheblich verschlechtert und wird sowohl durch die Aktivität der Krankheit als auch durch die Behandlung beeinflusst. Das zeigte eine multizentrische Studie aus Europa, Israel und den USA.
167 Patienten erhielten zwei Impfdosen im Abstand von 21 Tagen. Ihre Antikörpertiter wurden nach der zweiten Impfdosis bestimmt. Die Ansprechrate lag in diesem Kollektiv lediglich bei 39,5 %. Ein Vergleich von 52 CLL-Patienten mit 52 gesunden Kontrollpersonen gleichen Alters und gleichen Geschlechts ergab bei CLL-Patienten eine signifikant verminderte Ansprechrate (52 vs. 100 %, Odds Ratio 0,010, p < 0,001).
Am höchsten war die Ansprechrate mit 79,2 % bei Patienten, die nach einer Leukämiebehandlung eine klinische Remission erreicht hatten; am zweithöchsten war sie mit 55,2 % bei behandlungsnaiven Patienten und am dritthöchsten mit 16 % bei Patienten während einer Behandlung zum Zeitpunkt der Impfung.

Bei Patienten, die entweder mit BTK-Inhibitoren oder dem Anti-CD20-Antikörper Venetoclax behandelt wurden, waren die Ansprechraten besonders niedrig (16,0 bzw. 13,6 %). Von den Patienten, die in den 12 Monaten vor der Impfung Anti-CD20-Antikörper erhalten hatten, sprach sogar keiner auf die Impfung an.
Einer Multivarianzanalyse zufolge waren unabhängige Prädiktoren für die Entwicklung einer Immunantwort gegen Sars-CoV-2 ein jüngeres Alter, weibliches Geschlecht, Fehlen einer aktiven Behandlung, IgG-Spiegel ≥ 550 mg/dl und IgM-Spiegel ≥ 40 mg/d.
Herishanu Y et al.Efficacy of the BNT162b2 mRNA COVID-19 Vaccine in Patients with Chronic Lym- phocytic Leukemia. Blood. 2021;137(23):3165-73
