Lernziele
Nach Bearbeitung dieses Kurses …
kennen Sie den Begriff der Immunseneszenz und seine klinische Relevanz,
können Sie die Bedeutung des Impfens bei Senioren einschätzen,
kennen Sie die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zu Impfungen bei Senioren,
wissen Sie, warum Sie mindestens einmal jährlich den Impfstatus Ihrer Patienten prüfen sollten.
Warum ist Impfen im Alter wichtig?
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels hat die erhöhte Infektanfälligkeit im Alter eine erhebliche klinische Relevanz. Selbst in industrialisierten Ländern wie in Deutschland verursachen Infektionen ca. 5 % der Todesfälle. Ferner kommt es auch zu einer Erhöhung der Morbidität. So sind z. B. Pflegeheimbewohner nach überstandener Grippeerkrankung vermehrt von einer anhaltenden Verschlechterung der Alltagsaktivitäten, Gewichtsverlust und dem Auftreten von Dekubitalulzera betroffen [1]. Dies verursacht neben zusätzlichen Kosten vor allem eine erhebliche Einbuße an Lebensqualität. Ursächlich ist u. a. die Immunseneszenz.
Immunseneszenz
Die Immunseneszenz, die physiologische Alterung des Immunsystems, ist multifaktoriell bedingt. Sie umfasst u. a. Fehlfunktionen des angeborenen und erworbenen Immunsystems. Bei Letzterem ist v. a. die Reduktion naiver B‑ und T‑Zellen von Relevanz, die zu einem verringerten Ansprechen des Immunsystems auf neue Antigene führt und eine Einschränkung der Variabilität der humoralen Immunantwort zur Folge hat.
Die Immunseneszenz begünstigt …
die Entwicklung atypischer Symptome,
oligosymptomatische Krankheitsverläufe,
vermehrtes Auftreten von Krebs- und Autoimmunerkrankungen
sowie chronischen Entzündungsreaktionen (Inflammaging) und die damit einhergehenden Erkrankungen, wie z. B. Atherosklerose.
Oligosymptomatische Verläufe können eine zeitnahe Diagnostik und Therapie erschweren, was die Entwicklung von Komplikationen und schwereren Infektionsverläufen begünstigt.
Multimorbidität und funktionelle Defizite aggravieren diese Entwicklung zusätzlich.
Immunseneszenz und Impfung
Die Immunseneszenz führt jedoch auch zu einer Abschwächung der Immunantwort auf Impfungen. Vor allem die Antikörperbildung ist nach Impfungen mit steigendem Alter geringer als im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen [2]. Darüber hinaus beeinflussen Faktoren wie Multimorbidität, Ernährungsstatus, Frailty und ein schlechter funktioneller Status die Impfantwort negativ [3–5]. So erreichen Impfungen im Alter nicht immer das Ziel der Verhinderung einer Infektion.
Impfungen dennoch wirksam
Erreichbar ist jedoch eine deutliche Reduktion der Schwere der Erkrankung. Hospitalisierungen und Todesfälle treten bei Geimpften seltener auf als bei Ungeimpften [6]. Impfungen stellen daher gerade auch für ältere Menschen eine wesentliche Möglichkeit der Prävention dar, weshalb die Ständige Impfkommission (STIKO) jährlich ihre Impfempfehlungen aktualisiert [7, 8]. Zur Steigerung der Wirksamkeit wurden stärker immunogene Vakzine entwickelt.
Grundlagen des Impfens
Zur Klarstellung zunächst einige Definitionen:
Passive Immunisierung
Applikation von erregerspezifischen Antikörpern
Führt zu einem sofortigen Infektionsschutz, der etwa 3 Monate anhält, abhängig von der Halbwertszeit der Antikörper
Aktive Immunisierung
Stimulation des körpereigenen Immunsystems durch Applikation spezifischer Antigene
Generiert nach einigen Tagen oder Wochen einen Infektionsschutz, der Jahre bis Jahrzehnte anhält.
Attenuierte Lebendimpfstoffe
Beinhalten funktionsfähige (lebende) Erreger mit reduzierter Virulenz
Induzieren eine starke Immunantwort bei erhaltener Immunogenität
Grundsätzliches Risiko vor allem bei Immunsupprimierten zur Infektion mit Impfstamm trotz Attenuierung
Totimpfstoffe
Beinhalten abgetötete Erreger oder inaktive Bruchstücke (Ganzvirus‑, Untereinheiten- (Subunit-) und Spaltimpfstoffe; Vektor- und mRNA-Impfstoffe)
Meist weniger immunogen und induzieren eine schwächere Immunantwort
Können keinesfalls die Erkrankung auslösen
Die Grundregeln zur Verabfolgung von Impfungen sind in Tab. 1 zusammengefasst.
| Grundregeln für die Verabfolgung von Impfungen | |
|---|---|
|
Totimpfstoffe wie Influenza, Pneumokokken, Hepatitis, Pertussis etc. |
Können ohne zeitliches Intervall gleichzeitig verabreicht werden |
| Keine Einhaltung von Zeitabständen nötig, weder zu anderen Tot- noch zu Lebendimpfstoffen | |
|
Lebendimpfstoffe wie Gelbfieber, Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Typhus-Schluckimpfung, etc. |
Können gleichzeitig miteinander verabreicht werden |
| Wenn keine gleichzeitige Applikation der Lebendimpfstoffe, dann Abstand von mindestens 4 Wochen erforderlich | |
| Kein Abstand zu Totimpfstoffen nötig | |
Die Anzahl gleichzeitig verabreichter Impfstoffe ist unkritisch; mehr als 7 Impfungen sollten nicht am gleichen Tag verabreicht werden
Merke
Da die verschiedenen Impfungen eine unterschiedliche Schutzdauer haben, sollte der Impfstatus eines Patienten mindestens einmal jährlich überprüft werden, um Impflücken zu vermeiden [10].
Methoden zur Steigerung der Wirksamkeit von Impfungen
-
Anpassung der Impfempfehlung
z. B. FSME-Auffrischungsimpfung mit Encepur® bei 50-Jährigen und Älteren alle 3 Jahre, statt alle 5 Jahre wie für Jüngere
-
Andere Applikationswege
z. B. Grippeimpfung mit Intanza® zur intradermalen Applikation zugelassen für alle 60-Jährigen und Älteren
-
Einsatz von Adjuvanzien
z. B. Grippeimpfung mit Fluad Tetra® mit dem Adjuvans MF59, zugelassen für alle 65-Jährigen und Älteren
-
Steigerung der Antigendosis
z. B. Grippeimpfung mit Efluelda® mit der vierfachen Antigendosis pro enthaltenem Impfstamm, zugelassen für alle 60-Jährigen und Älteren
-
Neue Technologien
Herstellung in Zellkultur, rekombinant, mRNA- und Vektortechnologie; ggf. Kombination verschiedener Ansätze
Fallbeispiel
Der 75-jährige Herr Marx kommt zu Ihnen in die Praxis. Aufgrund der aktuellen Diskussion um Impfungen möchte er gerne wissen, welche Impfungen für ihn überhaupt nötig sind.
Interaktive Frage
Was meinen Sie?
Woher bekommen Sie die nötigen Informationen zu den aktuellen Impfempfehlungen?1
Lehrbuch Innere Medizin
Leitlinien der Fachgesellschaft
AWMF-Leitlinien
Aktuelle STIKO-Empfehlungen
In Deutschland werden die Impfempfehlungen von der STIKO am Robert Koch-Institut (RKI) jährlich überprüft und entsprechend aktualisiert. Sie werden jeweils im August eines Jahres im epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Sie können auch die STIKO App kostenlos herunterladen, die zeitnah aktualisierte Informationen rund ums Impfen bietet sowie darüber hinaus die Erstellung von individuellen Impfplänen ermöglicht.
Tab. 2 zeigt die aktuellen Impfempfehlungen für 60-Jährige und Ältere für 2020/21 [7].
| Impfung | Empfehlung | Wiederholungsimpfung |
|---|---|---|
| Tetanus | Grundimmunisierung, falls nicht vorhanden | Alle 10 Jahre mit der Empfehlung, einen Td-Kombinationsimpfstoff zu verwenden |
| Diphtherie | Grundimmunisierung, falls nicht vorhanden | |
| Pertussis | Impfung einmalig für jeden Erwachsenen bei der nächstfälligen Td-Auffrischungsimpfung | Derzeit keine Wiederholung empfohlen |
| Influenza | Impfung ab dem 60. Lebensjahr im Herbst | Jährlich mit der aktuell von der WHO empfohlenen Antigenkombination für quadrivalente Impfstoffe |
| Pneumokokken | Standardimpfung mit PPSV23 für Senioren, die keiner Risikogruppe angehören | Ggf. mit PPSV23 im Abstand von mindestens 6 Jahren nach individueller Indikationsstellung |
| Herpes Zoster | Zweimalige Impfung ab dem 60. Lebensjahr mit dem adjuvantierten Herpes-Zoster-Totimpfstoff im Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten | Derzeit nicht empfohlen |
Darüber hinaus sind die jeweils aktualisierten Empfehlungen zur COVID-19-Impfung zu berücksichtigen [11].
Merke
Vor Durchführung einer Schutzimpfung ist die ärztliche Aufklärung verpflichtend. Die Aufklärung sollte in der Regel Informationen über folgende Punkte umfassen [7]:
die zu verhütende Krankheit und deren Behandlungsmöglichkeiten,
den Nutzen der Impfung,
die Kontraindikationen,
die Durchführung der Impfung,
den Beginn und die Dauer des Impfschutzes,
das Verhalten nach der Impfung,
mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Impfkomplikationen,
die Notwendigkeit und die Termine von Folge- und Auffrischimpfungen.
Im Folgenden sind wesentliche Informationen der Standardimpfungen im Alter zusammengefasst.
Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis
Auch wenn in Deutschland Fälle von Tetanuserkrankungen relativ selten vorkommen, sind gerade ältere Menschen mit unzureichendem Impfschutz betroffen. Die Erkrankung endet in diesen Fällen in der Regel letal. Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, eine fehlende oder unvollständige Grundimmunisierung in jedem Fall zu ergänzen und die Auffrischimpfungen konsequent durchzuführen [7]. Im Verletzungsfall ist bei sauberen oder geringfügigen Wunden bei drei oder mehr vorangegangenen Tetanus-Immunisierungen eine erneute Immunisierung nur dann empfohlen, wenn die letzte Impfung 10 oder mehr Jahre zurückliegt. Bei allen anderen Wunden gilt eine Grenze von 5 und mehr Jahren [12].
Pertussis führt bei Senioren vermehrt zu komplizierten Verläufen, die durch eine Impfung verhindert werden können [13]. Erwachsene sollen daher einmalig gegen Pertussis geimpft werden.
Zur Verbesserung der Impfquoten sowohl für Pertussis als auch für Diphtherie sind Auffrischimpfungen mit dem 3‑fach-Kombinationsimpfstoff Tetanus/Diphtherie/Pertussis (Tdap) empfohlen [7]. Bei entsprechender Indikation wie ggf. bei unvollständiger Grundimmunisierung oder fehlender einmaliger Auffrischimpfung für Poliomyelitis ist der Einsatz des 4‑fach-Kombinationsimpfstoffs Tetanus/Diphtherie/Pertussis/Poliomyelitis (Tdap-IPV) zur Vermeidung solcher Impflücken empfohlen [7].
Influenza-Impfung
Die Grippe ist die Infektion mit der höchsten bevölkerungsbezogenen Mortalität, von der in bis zu 90 % die ≥ 60-Jährigen betroffen sind [14]. Die Influenza-Impfung schützt darüber hinaus vor kardiovaskulären Ereignissen bei Risikopatienten. So zeigten Beobachtungsstudien, dass die Grippeimpfung bei Risikopatienten im Vergleich zu Nichtgeimpften mit einer um 55 % geringeren kardiovaskulären Sterblichkeit verbunden war [14]. Geimpfte Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zeigten im Vergleich zu Ungeimpften eine um 17 % geringere Gesamtsterberate [14]. Die Impfung ist also in jedem Fall von Vorteil.
Für die Grippesaison 2021/22 hat die STIKO bereits jetzt ihre Empfehlung angepasst: Sie empfiehlt für die Saison 2021/2022 allen Personen ab einem Alter von 60 Jahren im Herbst eine jährliche Impfung gegen die saisonale Influenza mit einem inaktivierten, quadrivalenten Influenza-Hochdosis-Impfstoff, der pro enthaltenem Virusstamm die vierfache Menge Antigen enthält im Vergleich zum Standardimpfstoff, also 60 µg statt der üblichen 15 µg [15]. Der Hochdosis-Impfstoff führt zu einer bis zu 24 % besseren Wirksamkeit im Vergleich zur Standarddosis [16]. Auch im Vergleich zu anderen, stärker immunogenen Impfstoffen wie dem adjuvantierten Fluad Tetra®, dem zellkulturbasierten Flucelvax Tetra® oder dem rekombinanten Supemtec® wurde die Evidenz für die bessere Impfeffektivität des Hochdosisimpfstoffs sowohl vom European Centre of Disease Prevention and Control (ECDC) als auch der STIKO höher bewertet [15, 17]. Bei einem Lieferengpass oder Nichtverfügbarkeit von hochdosierten Impfstoffen können für ≥ 60-Jährige auch andere inaktivierte quadrivalente Influenzaimpfstoffe verwendet werden. Dann sollte an die anderen stärker immunogenen Vakzine gedacht werden!
Pneumokokken-Impfung
Die Pneumokokken-Impfung ist eine Standardimpfung für alle Menschen ≥ 60 Jahre. Durch die Impfung von Kindern mit dem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV13) ist auch die Zahl der invasiven Pneumokokken-Infektionen bei ≥ 65-Jährigen deutlich zurückgegangen. Der Anteil der Infektionen durch Serotypen, die nicht durch PCV13 erfasst werden, hat sich in den letzten Jahren erhöht, was als Replacement bezeichnet wird [18].
Merke
Konjugatimpfstoffe sind deutlich stärker immunogen als Polysaccharidimpfstoffe. Leider sind aktuell nur Konjugatimpfstoffe verfügbar, die maximal 13 der über 90 Serotypen abdecken. Die Impfung soll mit einem Impfstoff mit möglichst breiter Schutzwirkung erfolgen, der die aktuell für die Zielgruppe relevanten Pneumokokken-Serotypen umfasst. Dies ist aktuell der 23-valente Polysaccharidimpfstoff (PPSV23).
Wiederholungsimpfungen werden von der STIKO bei „gesunden Erwachsenen“ mit Hinweis auf die Fachinformation nicht generell empfohlen, können aber mit einem Mindestabstand von 6 Jahren bei Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Erkrankung in Erwägung gezogen werden [19].
Für Patienten mit Immunsuppression, einer Liquorfistel oder einem Cochlea-Implantat wird die sequenzielle Impfung – zuerst mit PCV13, nach 6–24 Monaten zusätzlich mit PPSV23 – empfohlen [7]. Dieses Verfahren ermöglicht die möglichst breite Abdeckung der pathogenen Serotypen bei gleichzeitig guter Impfantwort.
Demnächst werden voraussichtlich ein 15-valenter und ein 20-valenter Pneumokokken-Konjugatimpfstoff zur Verfügung stehen. Der 20-valente Impfstoff schützt gegen den Großteil der zirkulierenden pathogenen Pneumokokken-Stämme. Hierdurch wird vermutlich ein deutlich besserer und breiterer Schutz gegen Pneumokokken-Infektionen einschließlich Pneumonien und Meningitiden möglich sein.
Herpes-Zoster-Impfung
Seit Mai 2018 ist ein Impfstoff auf Basis eines Subunit-Antigens verfügbar. Ende Dezember 2018 hat die STIKO eine Empfehlung für die Impfung mit diesem Herpes-Zoster-Subunit-Totimpfstoff als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren ausgesprochen und die Impfung als Indikationsimpfung für Personen mit schwerer Grundkrankheit wie z. B. Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz ab 50 Jahren empfohlen [20]. Darüber hinaus ist der Totimpfstoff bereits ab dem 18. Lebensjahr für Patienten mit erhöhtem Risiko für Herpes Zoster (HZ) zugelassen. Darunter zählen u. a. Patienten mit HIV, Immunsuppression oder schweren chronischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder auch eine rheumatoide Arthritis. Sowohl nach einem ischämischen als auch nach einem hämorrhagischen Schlaganfall ist das Risiko für eine HZ-Erkrankung insbesondere innerhalb des ersten Jahres erhöht [21]. Durch die Impfung wird die durch T‑Zellen vermittelte Immunabwehr gegenüber Varizella-Zoster-Viren (VZV) gesteigert und so die Reaktivierung der latent in den Nervenganglien verbliebenen VZV verhindert.
Die Impfserie für den HZ-Totimpfstoff besteht aus 2 Impfstoffdosen, die intramuskulär in einem Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten verabreicht werden [7].
Wenn der maximale Abstand von 6 Monaten aufgrund von Impfstoffknappheit nicht eingehalten werden kann, ist die zweite Impfung umgehend bei Wiederverfügbarkeit des Impfstoffs nachzuholen.
Merke
Wegen des Adjuvans muss die Impfung unbedingt intramuskulär gegeben werden, da bei einer subkutanen Gabe vermehrt starke Lokalreaktionen auftreten können.
Die Wirksamkeit der Impfung ist auch bei älteren Menschen gut: Bei den > 50-Jährigen liegt die klinische Wirksamkeit bei 97,2 % [22], bei den > 70-Jährigen immer noch bei 91,3 % [23]. Selbst bei Personen mit Gebrechlichkeit (Frailty und Pre-Frailty) zeigte der Totimpfstoff eine Wirksamkeit von ca. 90 % [24].
Nach bisherigen Schätzungen hält die Schutzwirkung mindestens 10 Jahre an. Klinische Daten zur Dauer der Schutzwirkung liegen allerdings nicht vor [14]. Aktuell wird keine Auffrischimpfung gegen HZ empfohlen (Tab. 2).
Merke
Eine durchgemachte HZ-Infektion schützt nicht davor, wiederholt an HZ zu erkranken. Die Impfung mit dem Totimpfstoff ist auch bei Patienten, die bereits an HZ erkrankt waren, möglich. Die Symptome der Erkrankung sollen vollständig abgeklungen sein, bevor die Impfung durchgeführt wird.
Die Daten zur klinischen Wirksamkeit des Impfstoffs bei Patienten mit überstandener HZ-Erkrankung sind allerdings begrenzt. Als häufigste lokale unerwünschte Wirkung treten bei bis zu 80 % der geimpften Personen Schmerzen an der Injektionsstelle auf. Die häufigste systemische Nebenwirkung bei bis zu 45 % der Geimpften ist Müdigkeit und Erschöpfung. Diese Nebenwirkungen bilden sich in den meisten Fällen innerhalb von 7 Tagen zurück. Schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Todesfälle und potenziell immunvermittelte Erkrankungen, wie z. B. Guillain-Barré-Syndrom, traten in den Studien nicht signifikant häufiger als in der Placebogruppe auf [25].
Fehlende Impfdokumentation
Nach Ihrer ausführlichen Impfberatung stellt sich heraus, dass Herr Marx seinen Impfausweis nicht mehr findet. Leider kann er sich auch nicht mehr genau an die länger zurückliegenden Impfungen wie die gegen Tetanus und Diphtherie erinnern.
Interaktive Frage
Was meinen Sie?3
Was ist in diesem Fall zu tun?
Bestimmung der jeweiligen Antikörpertiter vor der entsprechenden Impfung
Immer Start einer vollständigen Grundimmunisierung
Gezieltes Nachholen der fehlenden Impfung, ggf. auch der Grundimmunisierung
Merke
Grundsätzlich gilt auch im höheren Alter das Prinzip „Jede Impfung zählt“. Bei unbekanntem Impfstatus bzw. fehlender Impfdokumentation ist im Interesse der betroffenen Personen von einer fehlenden Impfung auszugehen und somit die Impfung entsprechend nachzuholen [7]. Von einem „Überimpfen“, also von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen, geht in der Regel kein erhöhtes Risiko aus.
In seltenen Fällen kann es jedoch nach wiederholter Gabe von Totimpfstoffen zu Nebenwirkungen wie einer ausgeprägten lokalen Unverträglichkeitsreaktion mit schmerzhafter Schwellung und Rötung der betroffenen Extremität kommen [7]. Diese Reaktion ist jedoch selbstlimitierend und tritt am ehesten bei hohen vorbestehenden Antikörpertitern wie nach sehr häufigen Impfungen mit Tetanus- und/oder Diphtherietoxoid auf [7]. Nach dem Auftreten einer solchen Reaktion ist jedoch vor weiteren Impfungen mit Td eine Antikörperbestimmung durchzuführen [7]. Für Pertussis-Antigene ist diese Reaktion nicht beschrieben [7].
Bei Herrn Marx ist davon auszugehen, dass er eine Tetanus-Grundimmunisierung erhalten hat (Armee‑/Bundeswehrzeit). Damit wird nur eine Auffrischimpfung als Kombinationsimpfstoff mit Tdap durchgeführt. Die Influenzaimpfung ist jährlich fällig. Die Klärung von vorangegangenen Impfungen ist daher unerheblich. Bei fehlender Indikation zur sequenziellen Impfung wird einmalig PPSV23 zum Pneumokokkenschutz geimpft. Da die Impfempfehlung für die Zoster-Impfung noch recht neu ist, ist davon auszugehen, dass ein kognitiv nicht beeinträchtigter Patient sich daran erinnern würde. Auch hier wird dann entsprechend der Empfehlung geimpft. Gleiches gilt für die COVID-19-Impfung.
Interaktive Frage
Was meinen Sie?4
In welchen Fällen liegt eine Kontraindikation zur Impfung vor, so dass die Impfung verschoben werden muss? (Mehrfachnennung möglich)
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit dem gleichen Impfstoff
Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs
Therapie mit niedrigdosierten Kortikosteroiden
Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen
Echte und falsche Kontraindikationen
Die STIKO zählt zu den echten Kontraindikationen [7]:
Akute schwere Erkrankungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit dem gleichen Impfstoff
Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs
Patienten mit Immundefekten: Lebendimpfstoffe nicht ohne Rücksprache mit dem den Immundefekt behandelnden Arzt
Zu den falschen Kontraindikationen zählen u. a. [7]:
banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (< 38,5 °C) einhergehen,
ein möglicher Kontakt der zu impfenden Person zu Personen mit ansteckenden Krankheiten,
Krampfanfälle in der Familie,
Ekzem u. a. Dermatosen, lokalisierte Hautinfektionen,
Behandlung mit Antibiotika,
Behandlung mit niedrigen Dosen von Kortikosteroiden oder lokal angewendeten steroidhaltigen Präparaten,
angeborene oder erworbene Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen.
Im Fall der Gelbfieberimpfung zählt das Alter von ≥ 60 Jahren zu den relativen Kontraindikationen, da das Risiko für schwerwiegende Impfreaktionen steigt. Dazu zählen YEL-AND („yellow fever vaccine-associated neurotropic disease“) und YEL-AVD („yellow fever vaccine-associated viscerotropic disease“). Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist in diesen Fällen erforderlich.
Im Rahmen der Impfanamnese und Aufklärung fällt auf, dass Herr Marx aktuell orale Antikoagulanzien wegen einer Thrombose einnimmt.
Interaktive Frage
Was meinen Sie?5
Können Sie Herrn Marx trotzdem impfen?
Ja, Impfungen können trotzdem i.m. durchgeführt werden.
Nein, da Impfungen immer i.m. durchgeführt werden müssen, ist aktuell keine Impfung möglich.
Ja, die meisten Impfstoffe können s.c. verabreicht werden.
Impfen bei Blutungsneigung
Die Blutungsneigung ist bei der Anamnese einschließlich der Medikamentenanamnese vor der Impfung zu erfragen. Die meisten Impfstoffe können alternativ subkutan verabreicht werden. Eine Übersicht der Impfstoffe und der möglichen Applikationswege stellt das RKI unter dem Link https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_Kontraindi/FAQ06.html (letzter Zugriff 18.06.2021) zur Verfügung. Sollte keine Zulassung für eine s.c.-Applikation vorliegen, kann die i.m.-Injektion dennoch erfolgen, wenn eine sehr feine Injektionskanüle verwendet und direkt im Anschluss über mindestens 2 min fest komprimiert wird, wenn die individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung für die Impfung spricht.
Fazit für die Praxis
Impfen ist ein wesentlicher Ansatz der Prävention und Teil des gesunden Alterns.
Die Überprüfung des Impfstatus sollte mindestens einmal jährlich durch den Hausarzt:ärztin erfolgen oder beim Kontakt mit Facharzt:ärztin.
Patienten müssen über die Relevanz der zu verhindernden Infektion und die Möglichkeit der Impfung aufgeklärt werden, um die Akzeptanz von Impfungen zu erhöhen.
Stärker immunogene Vakzine stehen zum Erreichen einer ausreichenden Impfantwort trotz Immunseneszenz vielfach zur Verfügung.
Trotz Immunseneszenz kann durch Impfung auch im Alter ein milderer Verlauf der Infektion erreicht werden, selbst wenn die Verhinderung der Erkrankung nicht immer gelingt.
Impfungen senken die Last von Komplikationen und tragen auch dadurch zum gesunden Altern bei.
Medizinisches Personal sollte beim Impfen mit gutem Beispiel vorangehen und berufliche Indikationsimpfungen konsequent umsetzen.
Quiz
1) Welche Maßnahme führt nicht zu einer verbesserten Impfantwort trotz Immunseneszenz?
a) Subkutane Applikation des Impfstoffs
b) Verwendung adjuvantierter Impfstoffe
c) Intradermale Applikation des Impfstoffs
d) Verwendung konjugierter Impfstoffe
e) Verwendung höherer Antigendosierungen
2) Wann ist im Fall einer Verletzung mit einer sauberen, geringfügigen Wunde im Alter keine Tetanus-Auffrischimpfung erforderlich?
a) Bei unbekanntem Impfstatus
b) Bei fehlender Grundimmunisierung
c) Nach einer einmaligen Tetanusimmunisierung
d) Bei zwei durchgeführten Tetanusimmunisierungen
e) Bei drei oder mehr durchgeführten Tetanusimmunisierungen (letzte Impfung vor < 10 Jahren).
3) Welcher der unten genannten Umstände zählt zu den falschen Kontraindikationen für eine Impfung?
a) Akute schwere Erkrankungen
b) Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit dem gleichen Impfstoff
c) Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs
d) Angeborene oder erworbene Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen
e) Patienten mit Immundefekten: Lebendimpfstoffe nicht ohne Rücksprache mit dem den Immundefekt behandelnden Arzt
4) Welcher Grippeimpfstoff ist nach STIKO-Empfehlung in der kommenden Grippesaison 2021/22 für die ≥ 60-Jährigen als Standard empfohlen?
a) Es gibt keine Empfehlung für einen bestimmten Impfstoff.
b) Adjuvantierter quadrivalenter Impfstoff
c) Zellkulturbasierter quadrivalenter Impfstoff
d) Quadrivalenter Hochdosis-Impfstoff
e) Trivalenter Standardimpfstoff
5) Wie sieht das Impfschema für die Zoster-Impfung aus für Patienten, die bereits einen Herpes Zoster durchgemacht haben?
a) Einmalige Impfung mit dem adjuvantierten Herpes-Zoster-Totimpfstoff im Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten nach der letzten Zoster Episode
b) Zweimalige Impfung mit dem adjuvantierten Herpes-Zoster-Totimpfstoff im Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten, frühestens nach Abklingen der Symptome der letzten Zoster-Episode
c) Zweimalige Impfung mit dem adjuvantierten Herpes-Zoster-Totimpfstoff im Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten, frühestens 3, spätestens 5 Jahre nach der letzten Zoster-Episode
d) Eine Impfung gegen Herpes Zoster ist in diesen Fällen kontraindiziert, weil mit erheblichen Impfreaktionen zu rechnen ist.
e) Eine Impfung gegen Herpes Zoster darf in diesen Fällen nur mit dem Lebendimpfstoff nach üblichem Schema durchgeführt werden, da der Totimpfstoff kontraindiziert ist.
Lösungen: 1A; 2E; 3D; 4D; 5B
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt
A. Kwetkat gibt Forschungsunterstützung des Forschungskolleg Geriatrie der Robert-Bosch-Stiftung und der Pfizer Pharma GmbH an sowie Honorare für Beratungs‑/Gutachtertätigkeit (Mitglied Advisory Board PCV-13 Adult, Pfizer Pharma GmbH; Advisory Board Sektorenübergreifendes Impfen, Pfizer Pharma GmbH; Mitglied Projekt Grippeschutz, Seqirus; Mitglied Advisory Board Hochdosis Influenza Impfstoff, Sanofi-Pasteur; Mitglied Advisory Board Prävention Herpes Zoster, GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG; Mitglied Advisory Board COVID-19 Impfstoff AZD1222, Astra Zeneca) sowie für Vortragstätigkeit für die Firmen Pfizer Pharma GmbH, Fa. MSD, Fa. Novartis, Fa. Daiichi-Sankyo, Fa. Bristol-Myers Squibb, Sanofi-Pasteur.
Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Footnotes
Aktuelle STIKO-Empfehlungen.
Die Lösung lautet: gezieltes Nachholen der fehlenden Impfung, ggf. auch der Grundimmunisierung.
Die richtigen Lösungen lauten: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit dem gleichen Impfstoff und Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs.
Die richtige Lösung lautet: Ja, die meisten Impfstoffe können s.c. verabreicht werden.
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