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2021 Sep 23;37(5):9. [Article in German] doi: 10.1007/s00940-021-3222-2

Warum Bundesbürger die 116 117 anrufen

Redaktion Facharztmagazine 1,
PMCID: PMC8445646

Welche Beschwerden haben Patienten, die bei der Service-Hotline 116 117 anrufen? Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat nun erstmals knapp eine Million Anrufe auf den Behandlungsanlass hin untersucht. Corona spielt erwartungsgemäß eine große Rolle - aber nicht die größte.

Sorgen wegen einer Coronavirus-Infektion waren im vergangenen Jahr wie auch zu Beginn dieses Jahres einer der Hauptanlässe für Anfragen bei der vertragsärztlichen Service-Hotline 116 117. Das geht aus einer Auswertung des Zi von knapp einer Million medizinischer Ersteinschätzungen über die 116 117 im Zeitraum Mai 2020 bis Mai 2021 hervor.

Gut jeder zehnte Anruf (110.000 Anfragen) drehte sich demnach um allgemeine COVID-19-Informationen sowie typische Beschwerdebilder dieser Erkrankung. Mehr als 850.000 Anrufer meldeten sich mit anderen Beschwerden bei der Hotline. Insgesamt verzeichnete das Zi mehr als 100 verschiedene Behandlungsanlässe, die zu Ersteinschätzungen über die 116 117 führten.

Zu jedem dieser Anlässe riefen den Zi-Angaben zufolge im Schnitt mehr als 9.000 Patienten an. Am häufigsten meldeten sich Menschen mit Rückenschmerzen (81.546), gefolgt von COVID-19-Symptomen (80.230) und Bauchschmerzen (73.540). Die übrigen gut 750.000 Anrufe seien anderen Beschwerden wie Schwindel, Durchfall, Stürzen oder Atembeschwerden zuzuordnen gewesen.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz hatte der Gesetzgeber im Mai 2019 festgelegt, dass die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ab 2020 unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 rund um die Uhr erreichbar sein müssen.

Patienten werden dort über ein softwaregestütztes Ersteinschätzungsverfahren in die für sie angemessene Versorgungsebene vermittelt: Arztpraxis, Bereitschaftsdienst, Krankenhaus-Notaufnahme oder Rettungsdienst, sprich die 112. Die KVen greifen dabei auf die Software SmED zurück. Das Kürzel steht für "Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland".


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