Auch jenseits von COVID-19 brauchen Krebskranke guten Impfschutz. Der Impferfolg hängt von der Immunsuppression ab.
Malignompatienten erkranken oft schwer an Infektionen, da der Krebs und die Therapie das Immunsystem schwächen können. Von der Therapie hängt auch ab, wie gut die Impfung anschlägt.
Zu beachten ist: "Außer nach kürzlich erfolgter B-Zell-Depletion - bis etwa sechs Monate nach Anti-CD-20-Antikörper-Therapie - kann mit Antikörperbildung nach Impfungen gerechnet werden", betont Prof. Christina Rieger, niedergelassene Hämatologin und Onkologin in Germering [1]. Idealerweise sollten Impfungen mit Totimpfstoffen bis zwei Wochen vor Therapieeinleitung abgeschlossen sein. Für Lebendimpfstoffe, etwa gegen Masern, Mumps und Röteln, sieht die STIKO einen Sicherheitsabstand von vier Wochen vor [2]. Unter Tumortherapie und bis mindestens sechs Monate danach sind Lebendimpfstoffe kontraindiziert.
Wichtigste Impfungen: Influenza, DTP und Pneumokokken
Als wichtigste Impfungen für Tumorpatienten nennt Rieger die saisonale Influenzaimpfung, die Kombi-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis sowie die Pneumokokkenimpfung. Letztere sollte sequenziell mit einer Konjugatvakzine (PCV13) und anschließend mit dem Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) erfolgen.
Mitunter seien auch Impfungen gegen Meningokokken und Hämophilus influenzae sinnvoll. Der inaktivierte Impfstoff gegen das Varizella-zoster-Virus werde seit 2019 für Patienten mit hämatologischen Neoplasien nach autologer Stammzelltransplantation und für Patienten mit soliden Tumoren empfohlen. Die Vakzine ist für Erwachsene ab 50 zugelassen.
Für Impfungen gegen SARS-CoV-2 seien Krebspatienten, die nicht oder weniger als fünf Jahre in Remission sind, inzwischen in die mittlere Anspruchkategorie "hohe Priorität" aufgerückt.
1. Rieger, C. Impfungen in der Hämatoonkologie. InFo Hämatol Onkol 24, 21-23 (2021). https://doi.org/10.1007/s15004-021-8572-3 2. Laws, HJ., Baumann, U., Bogdan, C. et al. Impfen bei Immundefizienz. Bundesgesundheitsbl 63, 588-644 (2020). https://doi.org/10.1007/s00103-020-03123-w

