NACHRICHTEN AUS DEM ÖGKV.
Unterstützung für Ausbildungsförderung
Eine qualitätsvolle Pflegeausbildung ist ein zentrales Anliegen des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV). Dem Weg in die Pflege dürfen keine Hürden entgegenstehen. Schon gar nicht soll es eine Frage der Finanzierbarkeit der Ausbildung sein. Daher begrüßt der ÖGKV den Vorschlag von Pamela Rendi-Wagner, SPÖ-Parteivorsitzende, während der Ausbildung ein monatliches Gehalt von 1700 Euro auszuzahlen — ähnlich wie dies schon lange bei Polizeischülerinnen und -schülern praktiziert wird. Dieser Vorstoß entspricht auch einer langjährigen Forderung des ÖGKV und eine Umsetzung wäre mehr als begrüßenswert. Diese Ausbildungsförderung darf aber nicht dazu führen, dass Auszubildende als Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter gesehen werden. Sie sind und bleiben Lernende, welche sowohl in der Theorie als auch in der Praxis ausgezeichnete Lehre und Anleitung erwarten dürfen.
Insbesondere durch die COVID 19- Pandemie verbesserte sich in den Medien und in der Gesamtbevölkerung das Verständnis zur Unterscheidung zwischen Betreuung und professioneller Pflege. Es darf auf Laien kein Druck ausgeübt werden, Tätigkeiten zu übernehmen, für welche eine fundierte Ausbildung erforderlich ist. Wer professionelle Pflege braucht, muss diese auch bekommen. Nur wenn Betreuung durch Laien und professionelle Pflege nicht länger vermischt werden, sondern deutlich wird, von wem welche Leistung zu erwarten ist, kann bedarfsorientierte Pflege in allen Settings bei den Menschen ankommen.
PREISVERLEIHUNG
Elisabeth Seidl Preis 2020 und 2021
Herausragende wissenschaftliche Pflegearbeiten werden seit mehr als zehn Jahren jährlich mit dem Elisabeth Seidl Preis ausgezeichnet. Weil die feierliche Preisverleihung aufgrund der COVID 19-Beschränkungen im Vorjahr abgesagt werden musste, wurden die Preisträgerinnen und Preisträger für beide Jahre heuer in einem kleinen Rahmen im Wiener Rudolfinerhaus gemeinsam gewürdigt
Prof. Dr. Elisabeth Seidl, Pionierin der österreichischen Pflegewissenschaft, hat die Entwicklung der Pflege und im Speziellen die Entwicklung der Patientenorientierung als langjährige Pflege- und Schuldirektorin am Rudolfinerhaus und Wissenschaftlerin in ganz besonderer Weise geprägt. Mit dem „Elisabeth Seidl Preis“, der mit 1000 € in der Kategorie Masterarbeit und mit 500 € in der Kategorie Bachelorarbeit dotiert ist, soll der Nachwuchs in der Pflegewissenschaft gefördert werden. Der Förderpreis prämiert herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten der Pflege, insbesondere diejenigen, die die Patientenperspektive berücksichtigen. Die Preisträger kommen von der Universität Wien, der Medizinischen Universität Graz, der Paracelsus Medizinischen Privat Universität Salzburg, der UMIT Hall/Barmherzige Brüder Pflegeakademie Wien und dem Campus Donaustadt/FH Campus Wien.


SECOND VICTIM
Unterstützung für medizinisches Personal nach Krisen
Ein Fehler oder ein kritisches Ereignis, wie aktuell die Corona-Pandemie, kann gerade das medizinische Personal in besonderer Weise betreffen. Mit dem Verein „second victim“ möchte ein Team aus Ärztinnen und Ärzten genau diesen Menschen die Möglichkeit geben, auf einfache Weise Hilfe zu bekommen. Der Verein soll auch als Plattform dienen, um Informationsmaterial zu sammeln und zu teilen, und somit niederschwellige Beratung ohne Verknüpfung zum Arbeitgeber zu ermöglichen. „Die Hälfte des Personals überlegt zu kündigen. Irgendwie will keiner der Held oder die Heldin werden, für die alle klatschen“, erklärt Dr. Eva Potura, Vorstandsmitglied von second victim die Überlegungen für das neue Angebot. Die ersten zehn Einheiten von Beratungsgesprächen sollen durch den Verein finanziert werden.
Zu den Unterstützenden zählen neben Gerry Foitik vom Österreichischen Roten Kreuz auch Mag. Elisabeth Potzmann, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands, Skirennläuferin Nicola Werdenigg und Dr. Katharina Reich, Chief Medical Officer aus dem Gesundheitsressort.
PREIS FÜR’S LEBENSWERK
Camillo Award an Christoph Redelsteiner
Er hat — gegen heftigen Widerstand — die Grundlagen für die Anwendung eines AEDs durch Laien geschaffen und ist damit quasi der „Vater“ der öffentlich aufgestellten und zugänglichen Geräte. Er hat die Ausbildung von Rettungssanitätern in vielen Schritten etabliert und immer wieder an den internationalen Standard angepasst, zuletzt auch das kombinierbare Sanitäter Krankenpflege Bachelorstudium an der FH St. Pölten aufgebaut und war und ist selbst mit großem Engagement in Lehre und Fortbildung und immer noch im Rettungsdienst und als Notfallsanitäter in verschiedenen Organisationen tätig. Für dieses Lebenswerk erhielt Christoph Redelsteiner, Leiter des Masterstudiums Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Pölten, den Camillo Award des Bundesverbands Rettungsdienst (BVRD.at).

Redelsteiner ist einer der Initiatoren und Gründer des Vorgängervereins des BVRD.at und hat damit zertifizierte, international anerkannte Kursformate nach Österreich geholt. Seine rettungsdienstliche Laufbahn begann er 1984 als Zivildiener beim Samariterbund St. Pölten, seine hochschulische Karriere mit dem Studium der sozialen Arbeit. In Atlanta (USA) absolvierte er ein Paramedic-Studium und war unter anderem als Flight Paramedic tätig. Redelsteiner arbeitete unter anderem als Qualitätsmanager und Rettungsdienstleiter beim Roten Kreuz Wien. Seit 2010 ist er Professor an der FH St. Pölten. Außerdem unterrichtet er an der Universität Krems im Studiengang Rettungsdienstmanagement.
GESUNDHEITSPFLEGEKONGRESS
Pflegegipfel des Nordens: online und kostenlos
Einen bunten Mix an Themen, Internationale Referenten und die kostenlose Teilnahme für alle bietet der diesjährige 19. Gesundheitspflege-Kongress von Springer Medizin und Springer Pflege heuer noch einmal online. Auf dem „Pflegegipfel des Nordens“, der üblicherweise in Hamburg stattfindet, stehen vom 19. bis 29. Oktober zehn Live-Webinare auf dem Programm — die anschließend sechs Monate als Videos für optimale Flexibilität auf der Website abrufbar sind. Die Vorträge beschäftigen sich beispielsweise mit dem Änderungsbedarf für die und der Sichtbarkeit der Pflege, mit interprofessionellem Arbeiten, Gewalt im Krankenhaus und Kennzahlen zur Qualitätssicherung. Ein „Room of Horrors“ steht für ein interaktives Patientensicherheitstraining bereit.
Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg präsentiert einige Studienergebnisse zu den aktuellen Themen Selbstpflege-Kompetenz, die Pflege als Brücke in Versorgunglücken, Community Health Nurses und digitale Sprechstunde.

VERSCHOBEN.
Nächste REHACARE im September 2022
Ursprünglich für den 6. bis 9. Oktober 2021 geplant, findet die REHACARE, die Weltleitmesse für Rehabilitation und Pflege, nun turnusgemäß im kommenden Jahr vom 14. bis. 17. September auf dem Düsseldorfer Messegelände statt.

Die REHACARE präsentiert Innovationen und Trends für ein weitgehend selbstbestimmtes Leben. Foren, Treffpunkte, Seminare, Vorträge und Podiumsdiskussionen informieren über aktuelle behindertenund sozialpolitische Aspekte. Auf der Agenda stehen beispielsweise Themen wie Technik für die Pflege, digitale Barrierefreiheit, die gleiche Chancen für alle schafft, Tipps zur Hilfsmittelversorgung von gesetzlich Krankenversicherten oder Arbeiten 4.0.



