Skip to main content
Springer Nature - PMC COVID-19 Collection logoLink to Springer Nature - PMC COVID-19 Collection
. 2022 Feb 11;34(1):50. [Article in German] doi: 10.1007/s15014-021-3938-4

Luftreinigung in Schulen nicht nur in Pandemiezeiten sinnvoll

Sabrina Kempe 1,
PMCID: PMC8831004

Experten plädieren dafür, die Luft in Klassenzimmern zu filtern, um dort vor allem die Belastung mit Viren, Allergenen und Feinstaub zu senken. Doch reichen dafür mobile Luftreiniger aus?

Die Luft in deutschen Klassenzimmern ist verschmutzt, und es bedarf einer technischen Filtration, um sie zu säubern, betonte Dr. Thomas Lob-Corzilius von der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Umweltmedizin der Gesellschaft Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin auf dem Allergiekongress. Untersuchungen von Professor Jeroen Buters vom Zentrum Allergie und Umwelt der Technischen Universität München ergaben eine Feinstaubbelastung in Münchner Schulen von bis zu 400 μg/m3, wobei die erlaubte Außenluftkonzentration laut Buters bei maximal 40 μg/m3 liegt. Hinzu kommen Allergene, die belastende Symptome bei Kindern mit entsprechenden Allergien auslösen. Zusätzlich können sich beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen ausgeschiedene Aerosole in schlecht belüfteten Räumen leichter ausbreiten, womit sich die Gefahr für die Infektion mit Viren - wie SARS-CoV-2 und Influenza - erhöht.

graphic file with name 15014_2021_3938_Fig1_HTML.jpg

Mobile Luftreiniger oder gleich raumlufttechnische Anlagen?

Nach Angaben des Umweltbundesamts bestünden in circa 75 % der Schulräume gute Lüftungsmöglichkeiten aufgrund lufttechnischer Anlagen (ca. 10 % der Schulen) oder weit zu öffnenden Fenstern. Luftfilter würden hier keinen signifikanten Zusatznutzen bringen. Denn unter Pandemiebedingungen werde eine Förderleistung (Luftdurchsatz durch das Gerät) des fünf- bis sechsfachen Raumvolumens pro Stunde als notwendig erachtet, um während des Unterrichts die Konzentration infektiöser Partikel um bis zu 90 % zu reduzieren. "Klassische mobile Luftreiniger können das nach bisherigem Wissen nicht genügend", erklärte Lob-Corzilius.

In 10-25 % aller deutschen Klassenräume ist laut Umweltbundesamt die Lüftungsmöglichkeit allerdings eingeschränkt (keine raumlufttechnische Anlage, Fenster nur kippbar), was den Einbau einfach und rasch zu installierender Zu- und Abluftanlagen oder den Einsatz mobiler Luftreiniger rechtfertigen würde - vorausgesetzt, sie würden fachgerecht positioniert und betrieben, um die Wahrscheinlichkeit indirekter Infektionen zu minimieren. Mobile Luftreinigungsgeräte ersetzen aber nicht die Notwendigkeit des Lüftens, denn sie würden nicht die sich im Schulraum durch Atmung anreichernde Luftfeuchte, CO2 und weitere chemische Gase aus Mobiliar und Bauprodukten beseitigen, gab Lob-Corzilius die Warnung des Umweltbundesamts weiter. Sein Fazit: "Wir benötigen nur sehr selektiv mobile Luftreiniger, stattdessen brauchen wir raumlufttechnische Anlagen, die in der Lage sind, Zu- und Abluft entsprechend zu filtern, den Austausch von Wärme und Kälte zu organisieren sowie CO2 zu reduzieren. Perspektivisch sollten alle Schulräume mit diesen raumlufttechnischen Anlagen versehen werden."

Basierend auf: 16. Deutscher Allergiekongress, 30.9.-2.10.2021, hybrid

Mehr auf Springer Medizin.de!

Mehr Berichte vom Deutschen Allergiekongress 2021 finden Sie auch online unter

graphic file with name 15014_2021_3938_Fig2_HTML.jpg

https://www.springermedizin.de/dak-2021/hno-kongresse/dak-2021/19623202


Articles from Pädiatrie are provided here courtesy of Nature Publishing Group

RESOURCES