Empfehlungen zur Diabetes-Therapie .
Bei der Therapie des Typ-2-Diabetes rücken das kardiovaskuläre Risiko und die Komorbiditäten des Patienten immer mehr in den Fokus. Neben der Optimierung der Lebensqualität zählt die Verhinderung von Komplikationen zu den wichtigsten Behandlungszielen. Worauf bei diesem Therapiekonzept zu achten ist, lesen Sie neben weiteren Beiträgen, wie z.B. zum Thema Lipid-therapie bei Typ-2- Diabetes, im Schwerpunkt ab Seite 8.

Alessandra Böck
Redakteurin
Online-Dossier zu COVID-19.
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Weitere wichtige Informationsquellen:
Robert Koch Institut: Risikobewertung, Fallzahlen, Informationen zu Diagnose, etc. (www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html)
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie: Informationen zu Diagnose und Therapie von COVID-19 (https://pneumologie.de/aktuelles-service/aktuelles/?L=0)
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI): Register der Kliniken mit freien Beatmungsbetten (www.divi.de/register/intensivregister)
Bundesministerium für Gesundheit: Tagesaktuelle Informationen (www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html)
NDR Info-Podcast: Coronavirus-Update mit Prof. Dr. Christian Drosten und Prof. Dr. Sandra Ciesek (www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html)
Erhöht COVID-19 das Diabetesrisiko?
Daten aus den USA zeigen: Möglicherweise haben positiv auf COVID-19 getestete Kinder und Jugendliche ein erhöhtes Risiko für neu diagnostizierten Diabetes. Forschende um Dr. Catherine Barrett analysierten dazu zwei verschiedene Quellen: die IQVIA-Datenbank, die knapp 81.000 positiv auf COVID-19 getestete unter 18-Jährige umfasst, und die HealthVerity-Datenbank mit Daten von fast 440.000 Kindern und Jugendlichen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatten. Das Ergebnis: Die Diabetes-Inzidenz war bei den unter 18-Jährigen, die eine COVID-19-Erkrankung hinter sich hatten, um 31% (HealthVerity) bzw. 166% (IQVIA) höher als bei denjenigen, die sich nicht infiziert hatten.
Die Befunde stimmen mit früheren Studien überein, die auf Zusammenhänge von COVID-19 und Diabetes bei Erwachsenen hinweisen. "Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Prävention und die Impfung aller dazu berechtigten Kinder und Jugendlichen ist", betonen Barrett und Kollegen.
Diabetes Typ 2 macht oft früh schwer krank.
Wenn bereits in jungem Erwachsenenalter ein langjähriger Typ-2-Diabetes (T2D) besteht, hat jeder zweite Betroffene eine diabetische Nephropathie, jeder dritte eine Neuropathie und knapp 14% der Patienten eine Retinopathie - mit Mitte 20. Diese schockierenden Daten aus der TODAY-Studie [] stellte Prof. Andreas Hamann, Bad Homburg, vor. Die 500 Teilnehmer der Studie hatten bereits median 13 Jahre T2D und waren 26 Jahre alt. Die Stoffwechsellage der jungen Diabetiker war mit einem durchschnittlichen HbA1c von 9% "grottenschlecht", so Hamann. Bis zu 45% der Teilnehmer hatten sogar Werte ≥10%.

Die Daten lassen sich zwar nicht direkt auf Deutschland übertragen, da viele Teilnehmer benachteiligten ethnischen Gruppen wie Hispanics angehörten. Hamann verwies jedoch darauf, dass auch hierzulande viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Gerade in diesen Gruppen müssten Diabetes und Komorbiditäten konsequenter behandelt werden, um Folgeschäden zu verhindern, forderte er.
N Engl J Med 2021; 385:416-426
Diabetes zeigt sich auch an den Händen.
Unter dem Begriff "diabetische Hand" werden Diagnosen wie Triggerfinger, Steifigkeit der Hand- und Fingergelenke und Morbus Dupuytren versammelt. Neuere Studien deuten darauf hin, dass diese Definition zu eng gefasst ist. Eine Analyse von mehr als 50.000 schwedischen Diabetespatienten untermauert dies: Außer Triggerfinger und Dupuytren traten bei den Erkrankten auch Karpal- und Kubitaltunnelsyndrom und eine Arthrose des ersten Carpometacarpalgelenks (CMC-1) signifikant häufiger als in der übrigen Bevölkerung auf.
Aufgrund dieser und vorausgegangener Untersuchungen sollte laut der Autoren um Matthias Rydberg, Malmö, "die Entität der diabetischen Hand sowohl Kompressionsneuropathien wie das Karpaltunnelsyndrom als auch Erkrankungen mit eingeschränktem Bewegungsumfang wie Triggerfinger und eventuell auch CMC-1-Arthrose beinhalten". Wenn man Diabetiker mit Handproblemen untersuche, solle man die erhöhten Prävalenzen dieser Erkrankungen im Hinterkopf haben.
