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editorial
. 2022 Mar 25;164(6):5. [Article in German] doi: 10.1007/s15006-022-0848-5

Herzinsuffizienz: Prognose schlechter als die von Krebs

Sigmund Silber 1,
PMCID: PMC8947847  PMID: 35332462

Zahlreiche aktuelle Erhebungen in Deutschland haben ergeben, dass auf die Frage "Wovor haben Sie am meisten Angst?" am häufigsten Steuererhöhungen, Leistungskürzungen durch Corona, steigende Lebenshaltungskosten und Schadstoffe in Nahrungsmitteln genannt werden. Krankheiten werden nicht aufgeführt - allenfalls die Angst, im Alter zum Pflegefall zu werden.

Spezifiziert man die Frage auf "Vor welchen Krankheiten haben Sie am meisten Angst?", so werden am häufigsten Krebs, Demenz/Alzheimer, Unfall mit schweren Verletzungen und Schlaganfall sowie Herzinfarkt genannt. Eine Angst vor Herzinsuffizienz gibt es nicht. Dabei ist die Prognose einer Herzinsuffizienz - insbesondere bei Frauen - schlechter als die von zahlreichen Krebsarten. Die Zahlen des statistischen Bundesamtes zu den 10 häufigsten Todesursachen in Deutschland im Jahre 2020 sind in Tab. 1 aufgeführt. Sie zeigen, wie wichtig das Thema Herzinsuffizienz ist.

Todesursache Frauen (in Tsd.) Todesursache Männer (in Tsd.)
Chronisch ischämische Herzkrankheit 34,1 Chronisch ischämische Herzkrankheit 41,4
Demenz, nicht näher bezeichnet 30,4 Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge 27,7
Herzinsuffizienz 21,2 Akuter Myokardinfarkt 26,4
COVID-19 18,8 COVID-19 20,9
Bösartige Neubildung der Brustdrüse 18,4 Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit 16,0
Akuter Myokardinfarkt 18,1 Bösartige Neubildung der Prostata 15,4
Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge 17,1 Demenz, nicht näher bezeichnet 15,1
Hypertensive Herzkrankheit 16,3 Herzinsuffizienz 13,6
Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit 13,4 Sonstige ungenau oder nicht näher bezeichnete Todesursachen 13,3
Vorhofflattern/Vorhofflimmern 13,4 Bösartige Neubildung des Pankreas 9,4

In drei Fortbildungsbeiträgen widmen sich in dieser MMW-Ausgabe Dr. A. Abdin und Prof. M. Böhm, Homburg, dem Thema ab S. 36 aus der Sicht einer Universitätsklinik und Prof. S. Silber, München, aus der eines niedergelassenen Kardiologen (ab S. 40). Abgerundet wird dieser Schwerpunkt durch den CME-Beitrag von Prof. B. Pieske, Berlin, zur diastolischen Herzinsuffizienz (ab S. 45).

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