Abstract
Bis vor kurzem zählten Menschen der Generation 65+ in Europa laut zahlreichen Studien zu jenem Personenkreis, welcher besonders häufig unter den Folgen früher traumatischer Erlebnisse leidet. Ungefähr zwei Drittel dieser Menschen haben im Zweiten Weltkrieg und in unmittelbarer Nachkriegszeit traumatische Erfahrungen machen müssen. Mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, aber auch der COVID-19 Pandemie, sind spezifische Traumaereignisse auch wieder in anderen Altersgruppen virulent geworden. Angst und Unsicherheit begleiten Menschen mit Traumatisierungen sehr häufig. Weiterführende Folgen von traumatischen Erfahrungen sind unterschiedlich, für viele Betroffene aber sehr schwerwiegend. Wie sich Pflegende auf Begegnungen mit traumatisierten Menschen vorbereiten können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Keywords: Schlüsselwörter: traumasensible Pflege, Traumata, Re-Traumatisierung, Traumapädagogik
Traumasensible Pflege als Gebot der Stunde Die meisten pflegerischen Tätigkeiten erfordern direkten Körperkontakt und Nähe. Die Nähe und Abhängigkeit zu Betreuungspersonen kann insbesondere bei Menschen mit Traumatisierungen dazu führen, dass alte seelische Wunden schon bei pflegerischen Routinehandlungen wieder aufbrechen und bedrohliche Gefühle wiedererlebt werden. Die Reaktion kann beispielsweise eine - im ersten Moment nicht erklärbare - extreme Abwehrhaltung sein. (Mehr) Wissen über Re-Traumatisierungen hilft, derartige Situationen zu meistern.
Weltweit erleiden etwa 70% der Gesamtbevölkerung mindestens einmal im Laufe ihres Lebens ein lebensbedrohliches und damit potentiell traumatisches Ereignis (Wiggers et al. 2020; Paula e.V. 2016). Traumata und deren Folgen werden daher in der Literatur auch als "Public Health Issue" (Problem der öffentlichen Gesundheit) bezeichnet (Magruder et al. 2017). Beispiele für potentiell traumatische Ereignisse sind Naturkatastrophen, Flucht, Krieg, Terroranschläge, Unfälle, körperliche und sexuelle Gewalt oder auch schwerwiegende medizinische Eingriffe (Wiggers et al. 2020, Magruder et al. 2017). Hinsichtlich der Inzidenz ist bekannt, dass Frauen häufiger Opfer sexualisierter Gewalt werden als Männer, während Männer eher traumatische Erfahrungen in Form von körperlicher Gewalt, Krieg oder Unfällen erleben (Wiggers et al. 2020). Zumeist folgen auf derartige belastende Ereignisse keine psychischen Erkrankungen oder langfristige Störungsbilder. Wenn allerdings das Ereignis nicht ausreichend bewältigt werden kann und emotionale, soziale Unterstützung fehlt, können Depressionen, Angst- und Suchterkrankungen, akute Belastungsreaktionen bis hin zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auftreten (Weidner & Emme von der Ahe 2015).
Verhalten verstehen und Sicherheit vermitteln
In der Pflege können eine Vielzahl von Ohnmachtssituationen oder Milieufaktoren (wie etwa bestimmte Geräusche) für traumatisierte Menschen eine Traumareaktivierung bedeuten und auf den ersten Blick unerklärliche Reaktionen wie etwa Aggression oder Reizbarkeit bei den Betroffenen hervorrufen (Paula e.V. 2016). Insbesondere alte Menschen zeigen häufig Verhaltensweisen oder Symptome, die jenen einer Traumafolgestörung ähneln. Allerdings werden diese oftmals als altersphysiologische Veränderungen oder Alterserkrankung, wie beispielsweise eine Demenz, abgetan. Möglich ist jedoch auch, dass dahinter ein traumatisches Geschehen steckt, das entsprechender Begleitung und Betreuung bedarf (Böhmer 2018).
Von besonderer Bedeutung in der Pflegepraxis ist es, traumatisierten Menschen Sicherheit und Schutz zu vermitteln, ihr Verhalten wahrzunehmen und zu akzeptieren sowie eine traumapädagogische Grundhaltung einzunehmen. Um auf herausfordernde und unerwartete Situationen als Pflegeperson gut vorbereitet zu sein und adäquat reagieren zu können, ist ein bestimmtes Grundwissen zu Traumata und einem traumasensiblen Umgang mit betroffenen Patient*innen unerlässlich (Böhmer 2018).
Traumapädagogische Konzepte, die vorwiegend aus den Disziplinen der Pädagogik und Sozialen Arbeit im Setting der Kinder- und Jugendarbeit entstanden sind, haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und sich alltagsorientiert je nach Betreuungssetting etabliert (Gahleitner 2021). Die traumapädagogische Grundhaltung stellt die Basis von traumapädagogischen Konzepten dar und beinhaltet Wertschätzung und Verständnis für die Zielgruppe und deren Vergangenheit (Lang et al. 2011). Daher ist es in einem ersten Schritt für Pflegepersonen wesentlich zu verstehen, was Traumata für Betroffene bedeuten, um in weiterer Folge entsprechende Maßnahmen abzuleiten.
Was "Trauma" für traumatisierte Menschen bedeutet
Der Begriff Trauma wird umgangssprachlich sehr häufig in Bezug auf leidvoll erlebte Ereignisse verwendet, die mit einer besonderen Belastung einhergehen (BAfF e.V. 2017). So wie auch in Bezug auf die Corona-Pandemie, die von vielen Menschen als "globales Trauma" angesehen wird, da typische traumaassoziierte Merkmale wie etwa das Hereinbrechen ohne Vorwarnung und Vorbereitung oder persönlich empfundene Ohnmacht zutreffen (Bach & Bitterlich 2021). Seinen Ursprung hat der Begriff Trauma jedoch im Griechischen und wird mit "Wunde" übersetzt (BAfF e.V. 2017).
Ein Trauma entsteht laut Fachexpert*innen dann, wenn eine Person durch ein erschütterndes Ereignis oder eine Situation existentiell bedroht wird und gegen die Bedrohung weder kämpfen noch vor ihr fliehen kann. Diese bedrohliche Situation ist von Gefühlen wie Kontrollverlust, Ohnmacht, Hilflosigkeit und (Todes-)Angst begleitet (Gahleitner et al. 2021) und kann schwerwiegende psychische, gesundheitliche Folgen haben (BAfF e.V. 2017).
Das Ausmaß der Traumatisierung ist von verschiedenen Faktoren, wie etwa dem Alter, in dem das traumatische Ereignis erlebt wurde, der Dauer und Schwere des Ereignisses oder den Unterstützungsmöglichkeiten nach dem Ereignis abhängig (Paula e.V. 2016; Gahleitner et al. 2021). Etwa einer von drei Betroffenen muss jedoch mit langfristigen Folgen in Form einer Traumafolgestörung, wie etwa depressiven Störungen, Suchterkrankungen oder einer PTBS rechnen (Huber 2020).
Ein Kernsymptom der PTBS stellt das Wiedererleben des traumatischen Ereignisses in Form plötzlich auftretender Erinnerungen, Albträume oder Flashbacks auf. Für Betroffene ist es dann, als würden sie das Ereignis nochmals mit allen damals erlebten Gefühlen und Gedanken durchleben. Auch Rückzugsverhalten, Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Schuld- und Schamgefühle sowie Schreckhaftigkeit können begleitend auftreten (Wiggers et al. 2020). Symptome, die für eine PTBS kennzeichnend sind, können daher in drei Bereiche zusammengefasst werden (BAfF 2017):
Das Wiedererleben von traumatischen Situationen
Übererregung beziehungsweise erhöhte körperliche Wachsamkeit (Hyperarousal)
Vermeidung von Reizen, die mit der traumatischen Situation verbunden sind
Warum es zu Reaktivierungen von Traumata kommt
Werden Traumata im Laufe des Lebens nicht aufgearbeitet, da sie gut verdrängt wurden und ein beschwerdefreies Leben möglich war, kann es auch Jahre später noch zu einer Reaktivierung des Traumas und in weiterer Folge Re-Traumatisierung des Betroffenen kommen (AWO Pflege 2013). Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ausgeliefert sein können insbesondere in der (Alten-)Pflege wieder auftreten, vor allem dann, wenn Grenzen nicht beachtet werden und das bedrohliche Gefühl aufkommt, keine Kontrolle darüber zu haben, was geschieht (Alandt et al. 2016).
In der Literatur wird zudem von einer gehäuften Reaktivierung von Traumata im Alter berichtet. Erklärungen dafür liegen in altersspezifischen Veränderungen, wie etwa dem Verlust der Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit. Der physiologische Alterungsprozess führt zu unaufhaltsamen Verlusten der eigenen Fertigkeiten und intensiviert dadurch das Gefühl der Abhängigkeit von anderen, was wiederum Bedrohung signalisieren kann. Hinzu kommt, dass Menschen in der Lebensphase Alter mehr Zeit haben Unbewältigtes wahrzunehmen und Ablenkungsmöglichkeiten wie etwa der Beruf wegfallen (Hermann & Bäurle 2010).
Pflegehandlungen, unabhängig davon ob diese intra- oder extramural erbracht werden, wie das An- und Auskleiden, die Körperpflege, Inkontinenzversorgung, und auch das Geschlecht, die Sprache oder das Aussehen von Pflegenden stellen potentielle traumareaktivierende Situationen beziehungsweise Trigger dar. Neben den Pflegehandlungen gilt es unbedingt Milieufaktoren im stationären Pflegesetting zu berücksichtigen. Umgebungsfaktoren, wie etwa Lichtverhältnisse (Dunkelheit), verschlossene Türen oder nicht verschließbare Türen, Gerüche, Lärm, Feste, Uniformen oder Bilder können zu einer Aktivierung des Traumas führen. Wichtig ist es, jene Schlüsselreize von traumatisierten Patient*innen zu erkennen und sie bestmöglich davor zu schützen (Paula e.V. 2016). Ein Fallbeispiel erläutert dies (Kasten). Dabei wird deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Traumata für Pflegepersonen, vor allem im geriatrischen Setting, ist, um traumawürdigende Pflege durchführen zu können.
Wie wir Menschen mit Traumata begleiten können
Es gibt einige Handlungs- und Haltungsempfehlungen, die Pflegepersonen in ihrem beruflichen Alltag berücksichtigen können, um Traumawürdigung in die Betreuung zu integrieren. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für traumsensible Pflege ist es, Reaktionen von betroffenen Menschen richtig einordnen und akzeptieren zu können. Die Annahme des guten Grundes stellt in der Traumapädagogik einen Grundsatz dar. Dies impliziert, dass Verhaltensweisen von Betroffenen in deren Lebensgeschichte stets Sinn machen (Lang et al. 2011). Diese veränderte Haltung und das Wissen über Ursachen und Folgen von Traumata ermöglicht Pflegepersonen, empathisch auf "unnormales Verhalten" von Patient*innen zu reagieren (Böhmer 2017).
Zudem gilt es Re-Traumatisierungen, das heißt Konfrontationen mit dem früher erlebten traumatischen Ereignis, so gut wie möglich zu vermeiden, indem pflegerische Maßnahmen, aber auch Umgebungsfaktoren angepasst werden. Dazu zählen etwa die Vermeidung von Lärm oder Hektik sowie rektale und orale pflegerische Maßnahmen (Bauer-Söllner 2015). Sobald ein bestimmtes auffälliges Verhalten wie etwa extreme Abwehr und Angst während der Pflege bemerkt wird, sollte die Tätigkeit unterbrochen werden (Böhmer 2017, Böhmer 2018). Weitere wichtige Faktoren für die Pflege von traumatisierten PatientInnen stellen die Stabilisierung und das Vermitteln von Betreuungssicherheit dar (Baierl 2014, Bauer-Söllner 2015).
Das Erleben von Selbstwirksamkeit, wie etwa in Entscheidungen (z. B. Speisenauswahl, Uhrzeit, etc.) miteinbezogen zu werden, kann zum Sicherheitsgefühl von Patient*innen beitragen (Alandt et al. 2016). Ein weiterer Aspekt, der traumatisierten Patient*innen im Stationsalltag Sicherheit bietet, ist die gute Zusammenarbeit des Personals. Ein guter Informations- und Kommunikationsfluss kann etwa gelingen, wenn jeder im Team über die traumatischen Ereignisse und mögliche Trigger des Betroffenen informiert ist und seine individuellen Beobachtungen im Rahmen der Pflegedokumentation festhält (ebd.).
Zur Förderung des Sicherheitsgefühls und vor allem zur Stabilisierung trägt auch die Begleitung und Präsenz des Personals während Spannungszuständen oder eines Flashbacks bei (Baierl 2014; Alandt et al. 2016; Böhmer 2018). Hier können unterschiedliche, individuelle Maßnahmen oder Reize zur Re-Orientierung gesetzt werden (etwa Atemübungen oder das Anfassen eines Igelballs) (Alandt et al. 2016). Wichtig zu erwähnen ist, dass die Aufarbeitung von Traumata spezieller therapeutischer Expertise bedarf (Traumaarbeit, Traumatherapie) und nicht von Pflegepersonen durchzuführen ist (ebd.). Pflegende sind in ihrem Alltag hingegen gefordert, die Gefühle ihrer traumatisierten Patient*innen ernst zu nehmen, Vertrauen aufzubauen und sich für Gespräche anzubieten (Böhmer 2018, Paula e.V. 2016).
Um eine traumawürdigende Pflege zu gewährleisten, ist nicht nur die Aufnahme des Themenschwerpunktes Traumata in die Curricula von Ausbildungen der Pflege, sondern auch die Erweiterung des Fort- und Weiterbildungsangebot für Pflegende erforderlich (Weidner & Emme von der Ahe 2016).
Literatur
Alandt G, Baer U, Frick-Baer G, Benninghoven C, Sanders K, Blome S, Emme von der Ahe H, Braune L, Lesner A (2016) Alter und Trauma. Das Lesebuch zum Projekt. Trägerverbund Alter und Trauma, Minden
AWO Pflege (2013) Der Einfluss von Kriegserinnerungen auf die Praxis. Ein Leitfaden für Pflegende. AWO Schleswig-Holstein, Kiel
Bach M & Bitterlich W (2021) COVID-19 und Traumafolgesymptome: repräsentative Daten aus Österreich. psychopraxis neuropraxis 24(5) 299-303
Baierl M (2014) Dir werde ich helfen: Konkrete Techniken und Methoden der Traumapädagogik. In: Praxishandbuch Traumapädagogik. Lebensfreude, Sicherheit und Geborgenheit für Kinder und Jugendliche. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, S. 80-107
Bauer-Söllner B (2015) Nachlese zum Vortrag von Brigitte Merkwitz in Stuttgart. Wenn alte Traumatisierungen bei Demenz aufbrechen. Verständnis- und Umgangshilfen. Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg, Stuttgart
Böhmer M (2017) Mit traumatisierten alten Menschen umgehen. Fachzeitschrift für Geriatrische und Gerontologische Pflege 1 (1) 37-42
Böhmer M (2018) Traumatische Gewalterlebnisse in der Lebensgeschichte alter Frauen und Männer - Wenn die Seele erschüttert ist. ergopraxis 11(06) 16-23
Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer - BAfF e.V. (2017) Traumasensibler und empowernder Umgang mit Geflüchteten. Ein Praxisleitfaden. BAfF e.V, Berlin
Gahleitner S, Golatka A, Rothdeutsch-Granzer C, Kronberger H (2021) Traumapädagogik. Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie. (20) 129-142
Hermann L, Bäurle P (2010) Traumata - warum werden sie im Alter wieder aktiv? Zeitschrift für Psychotraumatologie, Psychotherapiewissenschaft, Psychologische Medizin 8 (4) 31-39
Huber M (2020) Trauma und die Folgen. Trauma und Traumabehandlung Teil 1. Junfermann, Paderborn
Lang B, Schirmer C, Andreae de Hair I, Wahle T, Lang T, Stolz A, Winarske D, Weiß W, Kühn M, Schmid M, Bausum J (2011) Standards für traumapädagogische Konzepte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Fachverband Traumapädagogik e.V., Halle
Magruder K M, McLaughlin K A, Elmore Borbon D L (2017) Trauma is a public health issue. European Journal of Psychotraumatology 8(1): 1375338
Paula e.V. (2016) Pflegeanleitung Traumasensible Pflege für Frauen. Paula e.V., Köln
Weidner F, Emme von der Ahe H (2015) Schatten der Vergangenheit. Die Schwester Der Pfleger 54 (8) 1-4
Weidner F, Emme von der Ahe H (2016) Alter und Trauma. Unerhörtem Raum geben. Mabuse, Frankfurt am Main
Wiggers A, Stierle C & Rolvering-Dijkstra M (2020) Alles Trauma? - Ein aktueller Blick auf die "Posttraumatische Belastungsstörung". PSYCH up2date 14(04) 327-343
Fallbeispiel: Traumasensible Pflege bei Re-Traumatisierung.
Situation: Pfleger Emil war gerade dabei, bei Frau S. die Körperpflege im Bett durchzuführen und wollte ihr beim Entkleiden helfen. Aus dem Patientenzimmer von Frau S. kommen laute Geräusche. Schreie und Tritte gegen die Seitengitter des Bettes sind zu vernehmen.
Auf den ersten Blick ist die Reaktion für den Pfleger nicht nachvollziehbar. Er macht das einzig Richtige - die Situation unterbrechen beziehungsweise abbrechen und ruft eine Kollegin, zu der Frau S. bereits Vertrauen gefasst hat. Ihr gelingt es schließlich, sie durch ein Gespräch und Ablenken aus ihrer hohen Anspannung zu holen.
Erläuterung: Aus der Lebensgeschichte von Frau S. lässt sich die Ursache für das Abwehrverhalten, ihre Angst und die Schreie ableiten und dementsprechend die Entstehung einer Re-Traumatisierung (Abb. 1) erklären.
Lösungsansatz: Maßnahmen, welche für die Körperpflege bei Frau S. hilfreich und wichtig sein könnten, sind:
Eine gleichgeschlechtliche Versorgung sicherstellen
Frau S. ansprechen bzw. mit ihr absprechen, was sie zu ihrer Sicherheit benötigt
Alle Schritte anleiten und immer um Erlaubnis fragen, bevor es zu Berührungen kommt
Mehr Zeit für die Körperpflege einplanen
(Alandt et al. Paula e.V., 2016 )
Fazit.
Im Krankheitsfall oder bei Pflegebedürftigkeit können Emotionen wie etwa Hilflosigkeit oder Kontrollverlust verstärkt werden und das Auftreten einer Re-Traumatisierung begünstigen. Bestimmte Grundsätze der Traumapädagogik lassen sich sehr gut in die Pflegepraxis implementieren und fördern einen traumasensiblen Umgang mit betroffenen Patient*innen.
Neben dem Gewähren von Stabilität und Sicherheit, zählen die Begegnung mit Respekt und Wertschätzung sowie die Einbindung der individuellen Ressourcen der Betroffenen zu den Prinzipien einer traumawürdigenden Pflege.


