Der BDN hat ein neues Baby im Bereich der Fortbildungen für die Ärzteschaft in der Neurologie. Neben unseren Präsenz- und Online-Formaten des Neuro-Kollegs, die wir mit unserem Kooperationspartner Diaplan in der Neurologie und Psychiatrie organisieren, gibt es jetzt auch eine Kooperation mit der Firma STREAMED UP. Dabei handelt es sich um Video-Fortbildungsveranstaltungen, die jederzeit abgerufen werden können - quasi ein YouTube-Channel für die Neurologie.
Im eng getakteten Balanceakt zwischen Praxis- und Klinikalltag, Sprechstunde und der Papierflut auf dem Schreibtisch mutiert das Fortbildungszeitfenster oft zum Streichkandidaten im ärztlichen Tagesablauf. Doch was kurzfristig für Entlastung sorgt, wird schnell zur Barriere für die persönliche Weiterentwicklung und birgt das Risiko zunehmender Wissensdefizite. Moderne Fortbildungskonzepte können maßgeblich dabei unterstützen, Fortbildung und Berufsalltag besser zu kombinieren.
Nach einer Befragung zur Zukunft der ärztlichen Fortbildung durch die PharmMed Akademie im Oktober 2021 investieren immerhin 36 % der deutschen Ärzteschaft nach wie vor die meiste Zeit in Selbststudium und in die Nutzung von Fachliteratur. Wer im Dschungel neuer Studien und Leitlinien, globaler Entwicklungen, Neuzulassungen und News von nationalen und internationalen Fachkongressen Schritt halten will, muss viel Zeit für die Beschaffung der Informationen aufbringen - und läuft dabei dennoch Gefahr, wichtige Quellen nicht im Blick zu haben. Spätestens die COVID-19-Pandemie, in der sich in allen Fachgebieten quasi täglich neue Erkenntnisse ergeben haben, hat gezeigt, dass neutrale und fachlich erstklassige Wissensvermittlung "on demand" zwar zunehmend gefragt ist, aber auf den üblichen Wegen zeitaufwendiger Eigenrecherche nur noch schwer zu meistern ist.



Digitale Fortbildung kommt an
Mittlerweile bezieht die Ärzteschaft neues Fachwissen bereits zu 44 % aus der Nutzung digitaler Live- und On-Demand-Fortbildungsveranstaltungen - Tendenz steigend. Die Gründe für diese Entwicklung liegen ganz klar auf der Hand: Die Fortbildung kann optimal in den persönlichen Zeitplan integriert werden, Reisezeiten und -kosten dezimieren sich oder entfallen ganz. Außerdem kann diese flexibel auf allen Devices zuhause, in Bus, Bahn oder in Bereitschaftszeiten genutzt werden. Mehr Flexibilität geht nicht!
| Thema | Datum |
|---|---|
| Best of 2021 - Ausblick 2022 | On-Demand |
| NeuroLive Kompakt: Parkinson - Multiple Sklerose - Schlaganfall | On-Demand |
| COVID-19: Ende in Sicht? | On-Demand |
| Neue Therapien leicht erklärt | On-Demand |
| Morbus Parkinson | On-Demand |
| Alzheimer- Demenz | On-Demand |
| Kopfschmerz | On-Demand |
| Post-ESOC 2022 | On-Demand |
| Best of Neuro Update 2022 | On-Demand |
| Innovative Therapieansätze in der Neurologie | On-Demand |
| Epilepsie | 6. Oktober 2022 |
| Schlaganfall akut | 20. Oktober 2022 |
| Post-ECTRIMS 2022 | 8. November 2022 |
| Post-DGN 2022 | 1. Dezember 2022 |
| Alle Sendungen live und im Nachgang als Video-On-Demand. Änderungen vorbehalten. Das aktuelle Programm finden Sie auf streamed-up.com. | |
Neutral, aktuell und aus erster Hand
Die Neutralität der Inhalte, ihre Aktualität und die Vermittlung durch renommierte Fachgrößen sind laut Umfragen die Hauptgründe für die Nutzung der Fortbildungsplattform STREAMED UP, sich regelmäßig den umfangreichen und interdisziplinär ausgerichteten Themen aus weit über 20 Fachgebieten zuzuwenden.
Liveübertragungen - Primetime für die Neurologie
Inhalte aus der Neurologie haben mit der Sendereihe NeuroLive einen festen Platz auf der STREAMED UP-Plattform. Die abendlichen Liveübertragungen liefern zur besten Sendezeit einen moderierten Expertentalk, in den sich die Zuschauer über eine Chatfunktion direkt einklinken und damit auch die Diskussion beeinflussen sowie Antworten auf ihre Fragen erhalten können. Auf diese Weise entsteht wissenschaftlicher Diskurs in Echtzeit - mit nachhaltigem Mehrwert für alle Zuschauer. Direkt im Anschluss an die Livesendung stehen die Inhalte als On-Demand-Video auf der Plattform zur Verfügung und können so flexibel jederzeit genutzt werden.
Komplettes Fachgebiet thematisch repräsentiert
Für den inhaltlichen roten Faden der Sendereihen sind wissenschaftliche Leitungsboards verantwortlich. So treffen beispielsweise Prof. Dr. Volker Limmroth, Köln, und Prof. Dr. Martin Grond, Siegen, die Themen- und Referierendenauswahl der erfolgreichen Sendereihe NeuroLive. Sie wissen, wohin sich das Fachgebiet bewegt, kennen die Themen von Morgen und scheuen auch vor kontroversen Perspektiven nicht zurück. Das inhaltliche Spektrum ist damit weit gespannt - von den "Klassikern" wichtiger Indikationen wie Apoplex, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson mit passenden Kasuistiken über neue Therapieformen, Kongressnachlesen, Studienergebnisse, hin zu Leitlinienänderungen und Ausblicke auf ihre Effekte. Die Themen ausgewogen und entsprechend der Blickwinkel aus Klinik und der niedergelassenen Praxis aufzubereiten, ist eine wichtige Voraussetzung für den hohen Praxisbezug und Nutzwert der Fortbildungen.
Digitale Fortbildung mit echtem Mehrwert
Mehrwerte bieten die NeuroLive-Inhalte auch darüber hinaus. Durch die Teilnahme an den Live-Veranstaltungen können an jedem gewünschten Ort CME-Punkte erworben werden. Denn viele der NeuroLive-Folgen sind CME-zertifiziert - allein seit Jahresbeginn konnten bei Teilnahme an allen Folgen der Sendereihe bereits bis zu 25 Punkte gesammelt werden, wodurch beachtliche 50 % des Jahrespunktekontigents erreicht wären. Die CME-Punkte werden, insofern die Einheitliche Fortbildungsnummer (EFN) im Nutzerprofil auf STREAMED UP hinterlegt wurde, automatisch auf dem persönlichen Punktekonto gutgeschrieben.
Registrierung auf STREAMED UP
Um die Inhalte auf der Plattform www.streamed-up.com nutzen zu können, ist lediglich eine Registrierung mit Nachweis der Zugehörigkeit zu den medizinischen Fachkreisen erforderlich. Für Ärztinnen und Ärzte ist die Zugehörigkeit einfach durch Eintragen der EFN nachweisbar. Danach besteht Zugriff auf mittlerweile über 2.500 Inhalte zu einem Großteil der medizinischen Fachgebiete. Die Teilnahme an den NeuroLive-Sendungen sowie die Nutzung der On-Demand-Beiträge dieser Sendereihen ist kostenfrei.
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NeuroLive - das Wichtigste in Kürze.
NeuroLive auf www.streamed-up.com:
kostenfreie Anmeldung
wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Volker Limmroth, Köln, und Prof. Dr. Martin Grond, Siegen
Livesendungen jeweils um 18:00 Uhr
bisher mit jeweils zwei CME-Punkten zertifiziert
Interaktivität durch Livechat und Livevoting
NeuroLive: komplexe Zusammenhänge verständlich referiert.
Im Gespräch mit dem BDN-Vorsitzenden Dr. Uwe Meier geben Prof. Dr. Volker Limmroth und Prof. Dr. Martin Grond Einblicke in ihre Motivation, beim Fortbildungsformat NeuroLive mitzuwirken.
Lieber Volker, lieber Martin, als wissenschaftliche Leiter von NeuroLive habt ihr einige Erfahrung mit digitalen Live- und On-Demand-Fortbildungen. In der Neurologie sind die Fortschritte rasant, umso wichtiger ist es, sich auf dem neuesten Stand zu halten. Welche Themen haben die größte Dynamik?
Prof. Dr. Martin Grond: Hier sehe ich die genetische Diagnostik und genbasierte Therapie, die einen echten Paradigmenwechsel in der Neurologie herbeiführen werden. Diese Themen sind vielfach noch nicht so vertraut, weshalb wir regelmäßig Folgen haben mit dem Titel: "Neue Therapien leicht erklärt". Da lerne ich wirklich viel!
Was sind die spannendsten Entwicklungen in der näheren Zukunft?
Prof. Dr. Volker Limmroth: Blicken wir auf die nächsten fünf Jahre, dann werden neue Imaging-Techniken, neue Biomarker aus dem Blut, aber eben auch immer günstiger werdende genetische Testungen die diagnostische Sicherheit und Trennschärfe dramatisch verbessern. Therapeutisch sind für mich die sich abzeichnenden Behandlungsoptionen für neurodegenerative Erkrankungen durch verschiedene Antisense-Techniken, Splice-Modulatoren und monoklonale Antikörper der neuesten Generation - um nur einige zu nennen - am spannendsten.


Nun gibt es auch neurologisches Basiswissen, dass im Alltag alle beherrschen sollten, in der Weiterbildung aber möglicherweise zu kurz kommt. Wo besteht besonderer Fortbildungsbedarf?
Grond: Ich sehe hier keine speziellen Themen, es ist eher so, dass wir insgesamt den Praxisbezug nicht verlieren dürfen. Mein Anliegen ist es immer, nicht "zu hoch zu fliegen" und nur Studienergebnisse zu präsentieren, sondern dass viel Interaktion auch mit den Zuschauenden stattfindet. Hier wünsche ich mir mehr Mut auch die scheinbar banalen Fragen zu stellen, das sind häufig die besten.
Spätestens mit Beginn der Pandemie haben wir uns alle mit Online-Formaten vertraut gemacht. Wie sieht die Fortbildung der Zukunft aus?
Limmroth: Online-Fortbildungen sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, denn die großen Vorteile sind klar: Wenn ich Zeit habe, kann ich bei der Erstausstrahlung zuhause, in der Praxis oder Klinik dabei sein und sogar mit den Veranstaltenden über Chats kommunizieren. Passt mir das zeitlich nicht, schaue ich die Sendung an, wenn es mein Zeitplan zulässt. Habe ich etwas nicht richtig verstanden, schaue ich es erneut an. Das schließt natürlich nicht aus, dass ich auch noch zu Präsenzterminen gehe, wenn ich mich mit Kolleginnen und Kollegen direkt austauschen möchte. Aber der Druck, irgendwo zu einem bestimmten Zeitpunkt sein zu müssen, ist weg. Künftig wird es mehr und mehr Hybridveranstaltungen geben, die live angesehen oder später gestreamt werden können.
Was hat Euch dazu bewogen, die wissenschaftliche Leitung von NeuroLive zu übernehmen und was ist das Besondere an dieser Fortbildungsreihe?
Grond: Meine Motivation ist ganz eigennützig. Ich kann mir spannende Themen und die besten Referendierenden wünschen und alles fragen, was ich schon immer wissen wollte. Das Besondere ist das lockere, interaktive Format.
Limmroth: Mich hat das Format begeistert, aktuelle Entwicklungen aufzubereiten, kurz und bündig zusammenzufassen und dann mit Fachgrößen sowie Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren.
Wie ist die Resonanz auf die Sendung?
Limmroth: Wir haben inzwischen gelernt, dass die Resonanz von der Aktualität der Thematik, den Referendierenden, aber auch von "weichen Faktoren" wie Wetter und Jahreszeit abhängt. Die Anzahl der Teilnehmenden ist seit der ersten Sendung im Juni 2018 kontinuierlich gestiegen und ich bin oft erstaunt, wie hoch die Zahl der User bei der Erstausstrahlung ist. Bei unseren COVID-19-Sendungen hatten wir bis zu 1.200 und nochmals über 3.000 Abrufe in den darauffolgenden Monaten. Davon können viele Präsenzveranstalter nur träumen.
Für wen sind die NeuroLive-Sendungen besonders interessant?
Grond: Für Alle, die keine Lust auf langweilige Fortbildung haben.
Limmroth: Für alle, die in kurzer Zeit komplexe oder umfangreiche Zusammenhänge verständlich referiert haben wollen.
