Der bivalente Corona-Impfstoffkandidat von Moderna induziert hohe Titer neutralisierender Antikörper gegen die Omikron-Subvarianten.
Moderna arbeitet an einem bivalentem Booster-Impfstoff gegen die Omikron-Variante. Dieser enthält sowohl die Spike-mRNA der ursprünglichen Wuhan-Variante von SARS-CoV-2 (dem Wildtyp) als auch die der Omikron-Variante BA.1.
Nach bisher noch unveröffentlichten Studienergebnissen werden damit offenbar auch die Subvarianten BA.4 und BA.5 gut abgedeckt. In der Studie hatten Personen mit einer herkömmlich geboosterten Impfserie einen zweiten Booster mit dem bivalenten Impfstoff erhalten. "Einen Monat nach Verabreichung zeigte eine 50-μg-Booster-Dosis des angepassten Impfstoffs bei den Teilnehmern - unabhängig von einer vorherig durchgemachten Coronavirus-Infektion - eine starke neutralisierende Antikörperantwort gegen die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5", berichtet Moderna. Im Vergleich zu vorher hätten sich die Antikörper gegen die BA.4- und BA.5-Omikron-Subvarianten mehr als verfünffacht.
Hohe Immunogenität
Konkret ergaben sich nach dem Booster mit mRNA-1273.214 mittlere geometrische Neutralisierungstiter gegen BA.4/BA.5 von 941 bei allen Teilnehmern und von 727 bei seronegativen Teilnehmern (ohne vorherige Infektion). Zum Vergleich: Frühere Studien mit dem bisherigen Booster von Moderna (als dritte Dosis) ergaben mittlere Neutralisierungstiter von 629 gegen BA.1 und von 828 gegen die Delta-Variante.
Moderna will die Daten zum bivalenten Impfstoff jetzt umgehend den Regulierungsbehörden vorlegen. Das Unternehmen hofft, vorbehaltlich einer Zulassung, den angepassten bivalenten Booster-Impfstoff noch vor einem möglichen stärkeren Anstieg der SARS-CoV-2-Infektionen aufgrund der Omikron-Subvarianten liefern zu können.
Virtuelles Pressegespräch mit Dr. Alfred von Krempelhuber, 14.6.2022, Moderna Germany; Bericht: Wolfgang Geissel
