Zwei Tage lang scheint alles vorbei, dann machen sich erneut Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen oder Fatigue bemerkbar: Solche Schwankungen in der Symptomatik sind im natürlichen Verlauf von COVID-19 keine Seltenheit.
Über das Wiederauftreten von COVID-19-Symptomen nach anfänglichem Abklingen ist in letzter Zeit v. a. im Zusammenhang mit einer Paxlovid-Behandlung berichtet worden. Die Ursache dafür ist bisher nicht geklärt, es wird aber eine multifaktorielle Genese vermutet, u. a. die rasche Elimination des Wirkstoffs Nirmatrelvir in Kombination mit einer verzögerten Immunantwort oder einer möglichen Resistenzentwicklung.

US-Forscher weisen nun darauf hin, dass die Behandlung möglicherweise nicht die alleinige Ursache für den Rebound ist. Sie haben in einer prospektiven Studie festgestellt, dass auch unbehandelte Covid-Kranke häufig symptomatische Rückfälle erleiden.
Um den natürlichen Verlauf der Erkrankung zu verfolgen, wurden die Symptomtagebücher von 158 erwachsenen Patientinnen und Patienten ausgewertet, die in der Studie ACTIV-2/A5401 dem Placeboarm zugeteilt worden waren. Die Frauen und Männer hatten bei Studien-eintritt seit maximal 10 (median 6) Tagen Symptome einer nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektion. Während der 28-tägigen Studie notierten sie täglich das Vorhandensein und den Schweregrad von 13 möglichen Covid-Symptomen.
108 Patienten (68%) wurden während des Follow-up beschwerdefrei, das heißt, sie litten an mindestens 2 aufeinanderfolgenden Tagen an keinem der abgefragten Symptome. 48 von ihnen (44%) erlebten jedoch innerhalb der 28 Tage einen Rückfall, bei dem mindestens eines der Symptome wieder auftrat. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Husten, Fatigue, Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase oder Halsschmerzen; die Beschwerden wurden meistens als leicht und höchstens als mittelschwer beurteilt. Insgesamt mussten 8 Placebopatienten (5%) stationär behandelt werden, keiner von ihnen stammte aus der Gruppe mit einem Rebound.
"Bei unbehandelten Covid-Patienten mit initialer Besserung kommt es häufig zu einem Wiederauftreten von Symptomen", so die Autoren. Die gute Nachricht dabei sei, dass diese Wiederverschlechterung nicht auf eine Progression zu einer schwerem COVID-19-Erkrankung hinweise.
Quelle: Smith DM et al. JAMA Network Open 2022; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2022.38867
