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. 2022 Nov 29;66(12):8–11. [Article in German] doi: 10.1007/s12614-022-1015-1

In Kürze

PMCID: PMC9707217  PMID: 36467016

dzg-tipp: Krise bedeutet Anpassung.

Strategieberatung-- Die Nachrichtenlage ist bedrückend wie selten zuvor. Pandemie und Krieg, Inflation und Energiekrise, und für die zahnmedizinischen Niederlassungen kommt ab 2023 die Budgetierung durch das Finanzstabilisierungsgesetz erschwerend hinzu. Was heißt all das für Ihre Zahnarztpraxis? Sicher ist: Ihre Kosten werden weiter steigen und die Einnahmen tendenziell sinken. Ein guter Zeitpunkt also, um die eigene strategische Ausrichtung zu überdenken.

Denn durch Krisen sollte man sein Unternehmen bewusst steuern. Deshalb: Sind Sie für die harten Zeiten richtig aufgestellt oder sollten Sie über Ihre Konzepte neu nachdenken? Haben Sie einen guten Überblick über Ihre Finanzstruktur oder hat es bisher eher Pi mal Daumen gepasst? Dann könnte es jetzt eng werden - und Zeit für die Einführung eines Praxiscontrollings. Oder von Factoring: So verringern Sie den administrativen Verwaltungsaufwand und können sich vor Zahlungsausfällen schützen. Ein hilfreicher Service, denn in Zeiten knapper Haushaltskassen könnte die Zahlungsmoral in den kommenden Monaten leiden.

Die Deutsche Zahnärzte-Genossenschaft (DGZ eG) hilft Praxisinhaberinnen und -inhabern mit einer Strategieberatung, egal in welcher Praxisphase sie sind. In der DZG haben sich bekannte, unabhängige Partnerorganisationen zusammengetan, um Zahnärztinnen und Zahnärzte zu unterstützen - mit individueller Beratung und Services zu Themen wie Abrechnung, Finanzen, Rechtsberatung, Praxismanagement und Digitalisierung. Mehr zur DZG eG und ihren Angeboten finden Sie unter www.dzg-eg.de. Nehmen Sie gerne auch direkt Kontakt auf: info@dzg-eg.de.

Andere Dialogkultur.

Hartmannbund-HV-- Dr. Klaus Reinhardt beneidet die Politiker nicht. In diesen schwierigen Zeiten mit multiplen Problemen sei es schwieriger denn je, politisch vernünftige Entscheidungen zu treffen, stellte der Vorsitzende des Hartmannbundes zu Beginn der Hauptversammlung (HV) des Verbandes fest. Dennoch sparte er nicht mit Kritik an der Gesundheitspolitik. "Logisch" seien die Versuche gewesen, die Finanzen der GKV zu stabilisieren, nur im Ergebnis sehr fragwürdig.

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Wenn der Minister die Maxime ausgebe, dass es keine Leistungskürzungen geben werde, dann "werden es am Ende diejenigen finanzieren, die im System arbeiten", sagte Reinhardt. Wie auch schon andere ärztliche und zahnärztliche Organisationen übte er scharfe Kritik am Umgang mit denjenigen, die im medizinischen Bereich tätig sind. "Man könnte den Versuch vermuten, heimlich Strukturveränderungen einzuführen, sodass möglichst wenige etwas davon mitbekommen", sagte der Hartmannbund-Chef - und fordert eine neue "Dialogkultur" mit der Politik.

Gesetz durchgewunken.

GKV-FinStG-- Der Bundesrat hat Ende Oktober im zweiten Durchgang das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) beraten und auf die Anrufung des Vermittlungsausschusses verzichtet. Damit kann das Gesetz nach der Unterschrift des Bundespräsidenten in Kraft treten. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte, das "Spargesetz" bleibe hinter den Erwartungen der Länder zurück. Es hätte der Reform der ALG-II-Pauschale sowie einer stärkeren Erhöhung des Bundeszuschusses bedurft, um versicherungsfremde Leistungen (wie Mutterschaftsgeld) der GKV zu finanzieren. Hier ziehe sich der Bund "aus der Verantwortung". Bundesgesundheitsminister Dr. Karl Lauterbach (SPD) betonte vor der Länderkammer, das Gesetz sei nur der Auftakt vor einer dringend notwendigen Strukturreform der GKV. Neben Bundeszuschuss und ALG-II-Pauschale gehörten dazu auch echte Reformen, "die das System besser machen", sagte Lauterbach. Vor allem seien eine Krankenhausreform und die Abkehr vom Fallpauschalensystem notwendig. Bei den Energiekosten sagte der Minister schnelle Hilfen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Rehakliniken zu. Der ambulante Bereich blieb unerwähnt.

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Forscher für Austausch statt Appelle.

Impfstudie-- Menschen, die sich stark mit ihrem COVID-Impfstatus identifizieren, diskriminieren stärker. Das zeigt eine bei Nature Human Behaviour erschienene Studie des Teams um Luca Henkel aus dem Exzellenzcluster ECONtribute an der Universität Bonn, unter Beteiligung der Unis Erfurt und Wien sowie des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin Hamburg. Das Team befragte von Dezember 2021 bis Juli 2022 mehr als 3.000 Geimpfte und 2.000 Ungeimpfte aus Deutschland und Österreich. Rund die Hälfte aller Befragten gab an, stolz zu sein, (un)geimpft zu sein. Sie erhielten 100 Euro, die sie teilen sollten. Gehörte die Person einer anderen Gruppe an, gaben sie deutlich weniger ab - Geimpfte im Schnitt 48 Euro an andere Geimpfte, aber nur 30 Euro an Ungeimpfte. Generell nahmen Ungeimpfte die öffentliche Debatte als unfairer wahr und gaben an, mehr soziale Ausgrenzung erlebt zu haben. Die Studie liefert Evidenz für die in der Literatur beschriebene Theorie, dass sich Konflikte befördern, je stärker sich Personen mit einer sozialen Gruppe identifizieren, da sie ihre eigene Überzeugung als die richtige ansehen und sich moralisch überlegen fühlen. Die Bereitschaft, gegen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren ist höher, je stärker sich Ungeimpfte mit dem Impfstatus identifizieren, belegt die Studie. "Wir zeigen, dass sich gegen Covid-19 zu impfen nicht mehr ausschließlich eine gesundheitliche Entscheidung, sondern auch eine ideologische Werteentscheidung geworden ist", sagt Henkel. Die Befragten sehen sich als Teil einer sozialen Gruppe. Klassische Informationskampagnen seien deshalb wenig wirkungsvoll. "Wir brauchen mehr Austausch statt einseitiger Appelle", meint Henkel. Die Forscher sehen etwa Personen des öffentlichen Lebens in der Pflicht, sich für einen stärkeren Dialog einzusetzen.

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Enabulele neuer Präsident.

Weltärztebund-- Der ehemalige Präsident des nigerianischen Ärzteverbandes, Dr. Osahon Enabulele, ist neuer Präsident des Weltärztebundes (World Medical Association, WMA). In seiner Antrittsrede im Oktober forderte er, mehr in das Wohlergehen und die Arbeits- und Lebensbedingungen von Ärztinnen und Ärzten zu investieren, um Burnout und Braindrain von Angehörigen der Gesundheitsberufe abzumildern oder zu vermeiden.Bereits seit zwei Jahrzehnten setzt sich Enabulele für die Weiterentwicklung des Arztberufs, die Stärkung der Gesundheitssysteme, die Förderung der ärztlichen Autonomie ein. Auf der WMA-Generalversammlung wurden unter anderem Vorschläge zur Überarbeitung des Internationalen Kodexes für Medizinethik diskutiert und die Aktualisierung der Leitprinzipien für die Nutzung von Telemedizin. Osahon Enabulele folgt auf die Schwedin Dr. Heidi Stensmyren.

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Articles from Der Freie Zahnarzt are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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