Dermatitis durch Zimmerpflanze.
Zimmerpflanzen können das häusliche Umfeld verschönern, aus allergologischer Sicht sind manche Arten jedoch nicht unbedenklich. Das zeigt zumindest der Fall eines 39-jährigen Patienten. Dieser kam mit schmerzlosen oberflächlichen Hautverletzungen im Genitalbereich in die dermatologische Ambulanz. Nachts auf dem Weg zur Toilette hatte er versehentlich eine Zimmerpflanze berührt. Zum Verhängnis wurde dem Mann, dass er seine Hände nicht auch bereits vor, sondern nur nach der nächtlichen Erleichterung wusch. Am nächsten Tag entdeckte er Hautblasen an Penis und Hodensack. Nach äußerlicher Behandlung heilten die Hautverletzungen komplikationslos ab.

Im ärztlichen Gespräch stellte sich heraus, dass es sich bei dem Auslöser der Hautreaktion um eine Pflanze der Art Euphorbia leuconeura handelte, auch Madagaskar-Juwel oder Spuckpalme genannt. Gewächse aus der Familie der Euphorbiaceae produzieren einen stark giftigen milchigen Pflanzensaft, der bei Hautkontakt eine Kontaktdermatitis auslöst. Die Spuckpalme erfreue sich immer größerer Beliebtheit, so die Ärztinnen und Ärzte. Gerade deswegen sollte die Pflanze mit einem Warnhinweis versehen und möglichst außerhalb der Reichweite von Kindern platziert werden. Lea Stief

der Europäerinnen und Europäer sind der Meinung, dass Bräune attraktiv ist, und fast ebenso viele (73 %) halten Bräune für gesund. Die Ergebnisse einer Befragung von 17.000 Personen aus 17 Ländern, darunter 6.000 Personen aus dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Russland, zeigen, dass die "gesunde Bräune" und andere Mythen über den Schutz vor der Sonne in Europa und anderen Ländern immer noch sehr verbreitet sind. Obwohl 92 % der Europäerinnen und Europäer sich der Risiken der Hautalterung durch die Sonne durchaus bewusst sind, geben 84 % zu, dass sie sich nicht das ganze Jahr über schützen. Zu den weiteren Mythen gehörte der Glaube, dass Sonnenschutz bei bewölktem Wetter nicht erforderlich sei und dass man keinen Sonnenschutz brauche, wenn man bereits braun ist. Nur 10 % der europäischen Studienteilnehmenden gaben an, routinemäßig oder häufig alle Formen des Sonnenschutzes zu verwenden, wie das Auftragen von Sonnenschutzmitteln, den Aufenthalt im Schatten, das Tragen eines Hutes oder von Schutzkleidung.
Matthias Wallenfels
Folgt auf Kindesmisshandlung Neurodermitis?
Wie wirkt es sich auf das Risiko aus, als Erwachsener die Diagnose Neurodermitis zu erhalten, wenn man in der Kindheit misshandelt wurde? Das hat eine Magdeburg-Greifswalder Arbeitsgruppe in einer Studie mit knapp 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 83 Jahren untersucht. Zu den Misshandlungen zählten emotionale oder körperliche Vernachlässigung und Missbrauch sowie sexueller Missbrauch.
Die Häufigkeit hautärztlich bestätigter Neurodermitis betrug 4,3 % bei den Männern und 4,6 % bei den Frauen. Ein Zusammenhang mit Missbrauchserfahrungen in der Kindheit ließ sich nicht herstellen, auch dann nicht, wenn nach der Zahl der erlebten Missbrauchsformen unterschieden wurde. Anders als für andere Erkrankungen wie multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis und entzündliche Darmerkrankungen oder Hautleiden wie Schuppenflechte sind Misshandlungen in frühen Jahren offenbar kein Risikofaktor für Neurodermitis im späteren Leben.

Unter den Ergebnissen der Studie sticht allerdings die schiere Häufigkeit von Misshandlungen in der Kindheit hervor, die aus den Berichten der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern abzuleiten ist. Von mindestens einem solchen Erlebnis erzählten 21,5 % der Personen mit und 21,6 % ohne Neurodermitis. Dabei war eine Vorgeschichte mit körperlicher Vernachlässigung eher von Menschen über 60 Jahren zu hören, emotionaler und sexueller Missbrauch betraf hingegen die unter 60-Jährigen stärker. Emotionale Vernachlässigung war am häufigsten in der Altersgruppe zwischen 40 und 59 Jahren zu finden. Dies unterstreiche, dass es sich bei solchen Taten um ein Hauptproblem der öffentlichen Gesundheit handle, erklären die Forscherinnen und Forscher Dr. Robert Bublak
Kardiovaskuläres Risiko bei Patientinnen mit Psoriasis.
Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind meist unterdiagnostiziert, unterbehandelt und in der Forschung unterrepräsentiert. Auch beim Thema Schuppenflechte (Psoriasis) wurden bisher nur wenige Frauen untersucht. Ein Team von dänischen Dermatologinnen und Dermatologen ging deshalb der Frage nach, ob explizit bei Frauen mit Psoriasis die Häufigkeit kardiovaskulärer Risikofaktoren und auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht ist. Sie verwendeten dazu die Daten von rund 66.000 Frauen.
Insgesamt waren 374 der Studienteilnehmerinnen (0,56 %) an Schuppenflechte erkrankt. Die Wahrscheinlichkeit, dass gängige kardiovaskuläre Risikofaktoren vorlagen, war für Frauen mit Psoriasis im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe erhöht: für Fettstoffwechselstörungen (z. B. mit Erhöhung der Triglyzeride) um 48 %, für Bluthochdruck um 24 %, für Rauchen um 128 %, für Übergewicht um 73 %, für Diabetes mellitus Typ 2 um 145 % und für eine geringe sportliche Betätigung um 87 %. Als die Faktoren Alter und Body-Mass-Index (BMI) herausgerechnet wurden, blieben die Ergebnisse für Bluthochdruck nicht bestehen und für Übergewicht nur nach Anpassung an das Alter.
Auch für weniger klassische Risikofaktoren ergab sich bei Frauen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko: geringe Bildung (um 44 % erhöht), hoher psychosozialer Stress (um 43 % erhöht) und leichte Entzündungen (um 71 % erhöht).
Die Patientinnen mit Psoriasis hatten im Vergleich zu anderen Studienteilnehmerinnen ein um 47 % erhöhtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden. Dies war speziell für Herzinsuffizienz und den ischämischen Hirninfarkt der Fall.
Durch die Ergebnisse werde klar, wie wichtig gezielte Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei den Patientinnen ist, resümiert das Forscherteam. Die Priorität läge dabei darauf, Übergewicht vorzubeugen und zu behandeln. Dr. Nicola Zink
Gürtelrose nach COVID-19-Erkrankung oder -Impfung.
Steigt mit einer COVID-19-Erkrankung oder auch der Impfung gegen SARS-CoV-2 das Risiko einer Reaktivierung von Varizella-Zoster-Viren, die Gürtelrose (Herpes Zoster) verursachen? Ein internationales Team hat 218 solcher Fälle aus der Literatur zusammengetragen.
In 179 Fällen war die Gürtelrose nach einer SARS-CoV-2-Impfung aufgetreten, die Betroffenen waren im Mittel 56 Jahre alt und 18 % waren abwehrgeschwächt. In 86 % der Fälle waren die Symptome lokal begrenzt. Von schweren Verläufen waren in dieser Gruppe 20 Personen betroffen, mit etwas mehr als 5 % aller Fälle dominierte der Zoster ophthalmicus, der im Gesicht und an den Augen auftritt. Laut den Forschenden waren mRNA-Impfstoffe am häufigsten mit dem Aufflammen der Zostererkrankung assoziiert (84 % der Fälle) und die Episoden traten meist nach der ersten Dosis auf (68 % aller Fälle).
In 39 Fällen war die Gürtelrose in zeitlichem Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung ausgebrochen. Im Schnitt waren die Patientinnen und Patienten dieser Gruppe 62 Jahre alt, gut 10 % hatten eine eingeschränkte Immunabwehr und 53 % waren stationär behandelt worden. Auch hier trat die Gürtelrose am häufigsten als auf ein begrenztes Hautareal bezogener Ausschlag auf (68 %). Von den insgesamt zehn schweren Fällen war ebenfalls der Zoster ophthalmicus die häufigste Form.

Über den genauen Mechanismus, der die COVID-19-Erkrankung beziehungsweise die SARS-CoV-2-Impfung mit einer Zosterreaktivierung verbindet, wird noch gerätselt. Die Forscherinnen und Forscher wollen ihre Ergebnisse dennoch keinesfalls als Argument gegen die Impfung verstanden wissen. Diese sei "sicher und nach wie vor mit Nachdruck zu empfehlen".
Zu ergänzen ist, dass für den Herpes Zoster selbst ein Impfstoff mit hoher Wirksamkeit bei Älteren seit 2018 in Deutschland verfügbar ist. Er wird als Standardimpfung generell ab 60 Jahren beziehungsweise bei geschwächtem Immunsystem oder einem schweren Grundleiden ab 50 Jahren empfohlen.
Dr. Elke Oberhofer
Starkes Schwitzen und Psyche.
Man sollte meinen, übermäßiges Schwitzen sei bei den in Finnland herrschenden Temperaturen außer in der Sauna kein häufig auftretendes Problem. Kommt es allerdings wie bei der Hyperhidrose zu einer Fehlfunktion der Wärmeregulation im Körper, kann dies die Lebensqualität der Betroffenen, insbesondere auch deren psychische Gesundheit, erheblich beeinträchtigen. Das übermäßige Schwitzen kann an einzelnen Körperteilen (fokal) oder am ganzen Körper (generalisiert) auftreten. Bei einer Untersuchung von über 500 an Hyperhidrose leidenden Personen aus Nordfinnland wurde nun ein spezieller Fokus auf gleichzeitig vorliegende Erkrankungen und Behandlungsoptionen gelegt.

Während Migräne, Asthma und Neurodermitis mehrheitlich bei der fokalen Form diagnostiziert wurden, standen bei der generalisierten Form Übergewicht, Bluthochdruck und Angststörungen als begleitende Erkrankungen im Vordergrund. Die Depression trat allerdings insgesamt am häufigsten auf (14,3 %). Örtlich angewandte Therapieoptionen wie Aluminiumsalze, die Iontophorese oder Injektionen mit Botulinumtoxin kamen insbesondere bei der fokalen Hyperhidrose zum Einsatz. An generalisierter Hyperhidrose leidende Personen bevorzugten hingegen die Einnahme von Medikamenten. Lea Stief
Katzenbiss als Auslöser einer Allergie.
Einer Theorie zufolge könnte eine gestörte Hautbarriere, etwa bei Neurodermitis, die Entstehung einer Katzenallergie begünstigen. Wie ein Fall aus Italien zeigt, kann dies aber auch bei einer intakten äußeren Hautschicht der Fall sein - ein siebenjähriges Mädchen entwickelte nach einem Katzenbiss eine Katzenallergie.
Die Ursachenfindung war wasserdicht, da das Mädchen seit einem Alter von 18 Monaten eng überwacht wurde. Es hatte damals häufig Atemwegsinfekte und Nasenschleimhautentzündungen, aber keine Nahrungsmittelallergie oder Neurodermitis. Allergologische Tests blieben über die Jahre negativ, bis das Mädchen im Alter von fünf Jahren und elf Monaten erstmals positiv auf Gräser, Olivenpollen und Hausstaubmilben reagierte. Der Test auf Katzenextrakt war zu diesem Zeitpunkt negativ. Schließlich wurde das Mädchen von einer Katze in die Hand gebissen. Beim nächsten Kontakt mit einer Katze zwei Monate später musste es niesen und bekam rote Augen sowie Atembeschwerden. Im Hauttest bestätigte sich nun die Diagnose Katzenallergie. Sebastian Lux
Melanom: Gleich und gleich gesellt sich gern.
Bisher kursierte in der Literatur für das gleichzeitige Vorkommen von mehreren Melanomen ein Wert von 0,5 % aller Diagnosen des schwarzen Hautkrebses. Dies wollte ein Team von spanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überprüfen. Als gleichzeitig auftretend definierten sie Melanome, die innerhalb von drei Monaten nach dem zuerst diagnostizierten Tumor zutage traten. In der Studie wurden Daten von über 4.700 Patientinnen und Patienten berücksichtigt, die zwischen 2000 und 2021 erkrankt waren.

Insgesamt wurden 5.476 Tumore analysiert. Gleichzeitig auftretende Melanome waren mit einem Anteil von rund 3 % (144 Studienteilnehmende) häufiger als bisher berichtet und traten öfter bei älteren Menschen auf (im Mittel 64 Jahre). Die Betroffenen hatten auch ein höheres Risiko, während der Nachbeobachtung ein neues primäres Melanom zu entwickeln (26 % versus 9 %). Am häufigsten befanden sich die gleichzeitig auftretenden Melanome am Rumpf (53 %).
Weitere Analysen ergaben, dass grüne und blaue Augen bei Erkrankten mit gleichzeitig auftretenden Melanomen (55 %) im Vergleich zu jenen mit einzelnen Melanomen (39 %) häufiger vorkamen, während bei der Haarfarbe kein Unterschied festgestellt wurde. Zwei Drittel der gleichzeitig aufgetretenen Tumoren betrafen Menschen mit sehr heller oder heller Haut.
Die Forscherinnen und Forscher empfiehlt dementsprechend eine vollständige körperliche Untersuchung bei Diagnose eines Melanoms.
Dr. Nicola Zink
Acne inversa: Rauchen erhöht das Sterberisiko.
Die Hidradenitis suppurativa, auch Acne inversa genannt, geht mit einer erheblichen Krankheitslast einher. Zum natürlichen Verlauf und den Sterberaten der Betroffenen gibt es wenige Studien, wobei Berichte vorliegen, die auf ein erhöhtes Risiko für eine Todesursache durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen.
Ein US-amerikanisches Forscherteam verglich nun die Gesamt- und ursachenspezifische Sterberate von 226 Patientinnen und Patienten mit Acne inversa - zum Zeitpunkt der Diagnose im Mittel 32 Jahre alt - und 678 passenden gesunden Kontrollpersonen aus den Jahren 1980 bis 2000. In der Nachbeobachtungszeit starben 29 Personen aus der Patientengruppe und 39 Kontrollen.

Die Gesamtsterblichkeit der Patientinnen und Patienten mit Acne inversa war um den Faktor 2,5, das Sterberisiko aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Durchblutungsstörungen des Gehirns um den Faktor 2,9 im Vergleich zu den Kontrollen erhöht. Wurde jedoch das Rauchverhalten miteinbezogen, waren die Steigerungsfaktoren mit 1,7 und 2,0 deutlich niedriger. Die Erhöhung war dann nicht mehr überzufällig. 71 % der Patientinnen und Patienten rauchten aktuell oder hatten dies früher einmal getan. Das bei Acne inversa erhöhte Risiko, zu sterben, hängt also laut den Studienergebnissen maßgeblich vom Rauchverhalten der Betroffenen ab.
Ein historisches Beispiel für diesen Zusammenhang ist Karl Marx: Er war nicht nur ein starker Kritiker des Kapitalismus, sondern auch starker Raucher - und litt laut posthumer Diagnose heftig an Acne inversa. Dr. Robert Bublak
Allergien von Gewächshauspersonal.
Gewächshäuser ermöglichen es, Gemüse, das ansonsten nur in milderen Klimazonen wachsen würde, auch in kühleren Regionen erwerbsmäßig anzubauen. Was gut ist für die Produktion, kann riskant für Menschen sein, die in Gewächshäusern arbeiten: Sie sind Pollen, Pflanzenbestandteilen sowie Insekten und Milben ausgesetzt. Eine finnische Forschungsgruppe hat gezielt untersucht, wie häufig Allergien gegen Tomaten und Gurken bei Personal in entsprechenden Betrieben vorkommen.
Von den 118 Teilnehmenden arbeiteten 91 in Tomaten- und 72 in Gurkengewächshäusern, 45 in beiden. Insgesamt waren 21 % der exponierten Arbeiterinnen und Arbeitern gegen einen Teil der Tomatenpflanze und 24 % gegen einen Teil der Gurkenpflanze allergisch. Diese Häufigkeitsraten waren etwas geringer als bei Allergien gegen Paprika (35 %) bei niederländischem Gewächshauspersonal, aber lagen deutlich über der Rate in der Allgemeinbevölkerung in Nordeuropa (circa 2 %). Am häufigsten waren Allergien gegen den jeweiligen Blütenteil von Tomaten und Gurken. Von den Untersuchten hatten 14 % arbeitsbedingte Asthmasymptome, 33 % Entzündungen der Nasenschleimhaut (Rhinitis), 17 % Handekzem und 6 % Nesselsucht (Urtikaria). Sebastian Lux



