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. 2022 Dec 7;27(6):14. [Article in German] doi: 10.1007/s15013-022-5069-6

Corona-Impfung nicht mit mehr SGA-, Früh- oder Totgeburten assoziiert

Dagmar Kraus 1,
PMCID: PMC9735156

Die Risiko-Nutzen-Abwägung der verfügbaren Daten zur COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft veranlasste die STIKO zu einer allgemeinen Impfempfehlung von Schwangeren ab dem zweiten Trimenon. Hinweise für ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko zeichneten sich bislang nicht ab; das ist auch in einer aktuellen Erhebung aus Kanada nicht anders.

Ein Forschungsteam aus Kanada hat im Rahmen einer retrospektiven bevölkerungsbasierten Kohortenstudie untersucht, ob mit einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Früh-, Tot- oder "small for gestational age"(SGA)-Geburten assoziiert ist. Berücksichtigt wurden alle zwischen Mai und Dezember 2021 lebend und tot geborenen Kinder mit einem Gestationsalter von mindestens 20 Wochen und einem Geburtsgewicht von mindestens 500 g. Das waren rund 85.000 Geburten. Von den 85.000 Frauen hatte sich gut die Hälfte in der Schwangerschaft mindestens einmal gegen COVID-19 impfen lassen, fast alle mit einer mRNA-Vakzine (99,7 %). Die meisten Frauen (69 %) hatten angegeben, zwei Dosen erhalten zu haben, 31 % hatten sich nur eine Dosis injizieren lassen. Rund 48 % waren im zweiten Trimenon zum ersten Mal geimpft worden, 40 % im dritten. 12 % hatten die erste Spritze im ersten Trimenon erhalten.

Innerhalb des Beobachtungszeitraums waren 5.700 Kinder (6,7 %) vor der 38. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt gekommen, 3.500 (4,1 %) vor der 33. SSW. Die kumulative Inzidenz der Frühgeburtlichkeit betrug 6,5 % in der Gruppe der Geimpften und 6,9 % bei den Ungeimpften. In der adjustierten Analyse bestätigte sich, dass die Corona-Impfung nicht mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten, extreme Frühgeburten oder spontane Frühgeburten assoziiert ist.

In Bezug auf SGA-Geburten betrug die kumulative Inzidenz 9,1 % in der Gruppe der während der Schwangerschaft geimpften Frauen und 9,2 % bei den nicht geimpften Frauen. Auch hier war in der adjustierten Analyse kein Zusammenhang zwischen Impfung und Risiko feststellbar. Gleiches gilt für das Totgeburtsrisiko. Die kumulative Inzidenz an Totgeburten war 0,25 % in der Gruppe der Geimpften und 0,44 % in der Gruppe der Ungeimpften.

Fazit: Die Ergebnisse liefern keine Hinweise dafür, dass mit einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft das Risiko für SGA-, Früh- oder Totgeburten steigen würde, auch dann nicht, wenn die Daten gesondert nach Zeitpunkt der Impfung sowie Anzahl der erhaltenen Dosen ausgewertet wurden.

Fell DB et al. Risk of preterm birth, small for gestational age at birth, and stillbirth after covid-19 vaccination during pregnancy: population based retrospective cohort study. BMJ 2022;378:e071416


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