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. 2023 Jan 23;74(2):129–136. [Article in German] doi: 10.1007/s00105-022-05099-x

Sexuell übertragbare Infektionen unter dem Einfluss der COVID-19-Pandemie

Sexually transmitted infections under the influence of the COVID-19 pandemic

Nico Nowack 1,2, Adriane Skaletz-Rorowski 1,2, Anja Potthoff 1,2,
PMCID: PMC9869301  PMID: 36688954

Abstract

Sexually transmitted infections (STI) in Germany are constantly rising. STI screening and testing decreased during the coronavirus disease 2019 (COVID-19) pandemic due to redistribution of public health resources. During the pandemic, there was a decline in the diagnosis of STIs. A minor aspect of this could be explained by reductions in the number of sexual contacts and therefore actual reduced infections, but the greater aspect seems to be due to underdiagnosis. A dramatic surge of infections is expected in the next few years. It is of utmost importance to resume STI screening for early detection and treatment and thereby lowering the transmission of STIs.

Keywords: Diagnostic screening programs, Syphilis, Human immunodeficiency virus, Sexual health, Underdiagnosis

Lernziele

Nach Lektüre dieses Beitrags …

  • können Sie die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Inzidenzen sexuell übertragbarer Infektionen einordnen,

  • sind Sie in der Lage, die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen leitliniengerecht zu diagnostizieren und zu behandeln,

  • kennen Sie die häufigsten Symptome sexuell übertragbarer Infektionen inklusive HIV (humanes Immundefizienzvirus), auch als Differenzialdiagnose zu COVID-19.

Einleitung

Die Inzidenzen

Inzidenzen

von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) zeigen über die letzten Jahre einen konstant ansteigenden Trend. Die COVID-19-Pandemie führte global zu weitreichenden Veränderungen im öffentlichen und privaten Leben. Nicht zuletzt sollten Lockdowns und „social distancing“ zu einer Verringerung zwischenmenschlicher Kontakte führen, um Infektionen mit dem Corona-Virus zu minimieren. Im Zuge der Pandemie

Pandemie

kam es ferner zu einer Umverteilung von Ressourcen im Gesundheitswesen, sodass vielerorts Screeningangebote

Screeningangebote

für STI eingeschränkt worden sind. Auch die Inanspruchnahme von Test- und Beratungsangeboten sowie Arztkontakten verzeichnete einen Rückgang [1, 2]. Mit Wiederaufnahme der Screeningangebote stieg die Inanspruchnahme dieser nur langsam an, bei gleichzeitiger „Normalisierung“ des Sexualverhaltens auf den Standard vor Beginn der Pandemie vergrößert sich somit die diagnostische Lücke

diagnostische Lücke

[3]. Bereits vor Beginn der Pandemie schienen bestehende Präventionskampagnen zu STI im Hinblick auf konstant steigende Zahlen nicht ausreichend gewesen zu sein [4]. Das individuelle Risiko für den Erwerb einer STI wird hierbei durch Faktoren wie sexuelle Orientierung und sexuelle Aktivität (Anzahl der Sexualpartner*innen, Sexualpraktiken, Drogengebrauch) bedingt [5].

Die Symptome der COVID-19-Infektion sind oft ähnlich unspezifisch wie die der Syphilis oder einer HIV-Infektion. An Koinfektionen

Koinfektionen

von COVID-19 mit unter anderem einer bis dato unbekannten HIV- oder Syphilisinfektion sollte gedacht werden.

Syphilis

Die Inzidenz einer Infektion mit Treponema pallidum

Treponema pallidum

erreichte 2019 mit 7889 gemeldeten Fällen den Höhepunkt der Fallzahlen seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes am 01.01.2001. Dies entspricht nahezu einer Verdopplung der jährlichen Fallzahlen seit 2004. Im Jahr 2020 wurden mit 7374 Fällen in etwa so viele Infektionen gemeldet wie in den Jahren 2016 bis 2018 [6].

Bereits jetzt konnte eine deutliche Zunahme von Syphilisinfektionen in den USA gezeigt werden. So stieg die Anzahl von gemeldeten Fällen von 115.045 im Jahr 2018 auf 133.945 im Jahr 2020. Dieser dramatische Anstieg wird von den Autoren mit reduzierten STI-Screenings, Personalmangel und Umverteilungen von medizinischem Personal und Ressourcen sowie der Vernachlässigung von STI-Aufklärungsprogrammen und -service in Verbindung gebracht [2].

Die Inkubationszeit

Inkubationszeit

der Syphilis variiert zwischen 10 Tagen und 3 Monaten. Nach Auftreten des Primäraffektes

Primäraffektes

(dieser tritt zu 10 % extragenital auf) kommt es zur systemischen Infektion. Typisch für das Sekundärstadium

Sekundärstadium

ist ein makulopapulöses Exanthem mit Befall von Handflächen und Fußsohlen. Besteht eine Syphilisinfektion länger als 1 Jahr, so wird definitionsgemäß von einer Spätsyphilis

Spätsyphilis

gesprochen. Das Auftreten von Condylomata lata und Gummen ist hierbei typisch. In der serologischen Diagnostik

serologischen Diagnostik

unterscheidet man zwischen nicht-treponemenspezifischen Tests wie dem Veneral-Disease-Research-Laboratory-Test (VDRL-Test) sowie dem Rapid-Plasma-Reagin-Test (RPR-Test) und treponemenspezifischen Tests, zu denen unter anderem Treponema-pallidum-Partikelagglutinationstest (TPPA), Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest (TPHA), Treponema-pallidum-Latexagglutinationstest (TPLA) und Fluoreszenz-Treponema-Antikörper-Absorptionstest (FTA-ABS-Test) gehören. Bei positivem Suchtest sollte ein Bestätigungstest erfolgen und eine Seronarbe ausgeschlossen werden. Zur Therapie

Therapie

der Syphilis werden Depot-Penicilline oder Ceftriaxon eingesetzt, bei Penicillinallergie stellt Doxycyclin die Therapie der Wahl dar. Die Dauer der Therapie hängt hierbei vom Erkrankungsstadium ab (Frühsyphilis vs. Spätsyphilis, bei unbekanntem Stadium wird wie bei der Spätsyphilis therapiert). Die Frühsyphilis soll 1‑malig mit Benzathin-Benzylpenicillin 2,4 Mio. I.E. i.m. behandelt werden (bei der Spätsyphilis 3‑malig im Abstand von je 7 Tagen), alternativ kann eine Behandlung mit Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑mal täglich über 10 Tage (Spätsyphilis 14 Tage) erfolgen. Bei Penicillinallergie kommt Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich für 14 Tage (Spätsyphilis 28 Tage) zum Einsatz. Vor der ersten Antibiotikagabe sollte zur Vermeidung einer Jarisch-Herxheimer-Reaktion eine Prophylaxe mit 1 mg Prednisolonäquivalent/kgKG (Körpergewicht) p.o. erfolgen. Bei Nachweis einer STI sollten Sexualpartner*innen der letzten 3 bis 6 Monate (bei Spätsyphilis der letzten 12 Monate) informiert, ebenfalls getestet und ggf. therapiert werden [7]. Für eine Übersicht der Therapieempfehlungen der bakteriellen STI s. Tab. 1.

1. Wahl 2. Wahl 3. Wahl Cave
Syphilis (Treponema pallidum) Frühsyphilis (< 1 Jahr) Benzathin-Penicillin G 2,4 Mio. 1‑mal i.m. Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑mal täglich für 10 Tage Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich p.o. für 14 Tage Herxheimer-Prophylaxe (Prednisolon 1 mg/kgKG p.o.) ggf. Neurosyphilis ausschließen
Spätsyphilis (> 1 Jahr, unbekannter Infektionszeitpunkt) Benzathin-Penicillin G 2,4 Mio. 3‑mal i.m. (Tage 1, 8, 15) Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑mal täglich für 10 bis 14 Tage Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich p.o. für 28 Tage
Gonorrhö (Neisseria gonorrhoeae)

Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑malig

Ggf. + Azithromycin 1,5 g p.o. 1‑malig

Cefixim 800 mg p.o. 1‑malig (wirkt nicht auf pharyngealen Befall) Nur nach Resistenztestung Immer Kulturabstrich zur Resistenztestung entnehmen
Chlamydia trachomatis Unkomplizierte Infektion Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich für 7 Tage Azithromycin 1,5 g p.o. 1‑malig Levofloxacin 500 mg 1‑mal täglich für 7 Tage
LGV Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich für 21 Tage Azithromycin 1,5 g p.o. an den Tagen 1, 8, 15 Erythromycin 4‑mal 500 mg p.o. pro Tag für 21 Tage
Mycoplasma genitalium

500 mg p.o. Tag 1 und 250 mg p.o. an Tag 2 bis 5 oder 1,5 g p.o. 1‑malig

Ggf. + Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich für 7 Tage

Moxifloxacin 400 mg 1‑mal täglich p.o. für 7 bis 10 Tage Pristinamycin 1 g 4‑mal täglich p.o. für 10 Tage De-novo-Resistenzbildung

KG Körpergewicht, LGV Lymphogranuloma venereum

Fallbeispiel

Ein 45-jähriger Mann stellt sich mit Fieber, Lymphknotenschwellung und Husten in der Notaufnahme vor. Neben einem positivem Corona-Schnelltest fallen eine Lymphopenie und Thrombopenie auf. Auch nachdem der SARS-CoV-2-PCR-Test wieder negativ ist, bessert sich der Allgemeinzustand des Patienten nicht. Im Rahmen der weiteren Abklärung wird eine HIV-Infektion festgestellt. Der Mann gibt wechselnde männliche Sexualpartner an. Zuletzt habe er häufig Lippenherpes und orale Aphthen gehabt. Der letzte HIV-Test liege mehr als 10 Jahre zurück. Es zeigt sich eine CD4-Zellzahl von 192/µl. Prophylaktisch wird eine Pneumonieprophylaxe mit Cotrimoxazol 960 mg 3‑mal/Woche eingeleitet. Unter antiretroviraler Therapie bessert sich der Allgemeinzustand rasch, und die Lymphknotenschwellung ist rückläufig.

Humanes Immundefizienzvirus

Für das Jahr 2020 wurde die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf 2000 geschätzt, dies entspricht zunächst formal einem Rückgang von 300 Neuinfektionen im Vergleich zum Vorjahr [8]. Betrachtet man nun den Rückgang der HIV- und Syphilisinzidenzen im Jahr 2020, so kann sicherlich ein Teil durch eingeschränkte Sexualkontakte und damit Verringerung des Infektionsrisikos sowie die Einführung der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) als Kassenleistung erklärt werden. Ein großer Teil wird jedoch auch verringerten Testzahlen

verringerten Testzahlen

und somit der Unterdiagnostik attribuiert [6, 8, 9]. Global gesehen hat ein eingeschränkter Zugang zu Therapie und medizinischer Versorgung einen Anstieg der HIV-Krankheitslast und des Infektionsrisikos zur Folge [10, 11].

Symptome einer HIV-Primärinfektion

HIV-Primärinfektion

mit Fieber, Lymphknotenschwellung und Hautausschlag können ebenso einer COVID-19-Infektion ähneln wie eine Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie bei Spätdiagnose

Spätdiagnose

einer HIV-Infektion. Für Menschen, die mit HIV leben („people living with HIV“ [PLWH]), stellt COVID-19 weiterhin eine gesundheitliche Bedrohung dar. Während initial kein erhöhtes Risiko für Infektionen mit oder schwere Verläufe von COVID-19 bei PLWH festgestellt werden konnte, berichten spätere Studien von einem erhöhten Risiko von schweren Verläufen

schweren Verläufen

v. a. bei unbehandelten Personen [12]. Aber auch bei therapeutisch gut kontrollierter HIV-Infektion wurden vermehrt Todesfälle berichtet. Dies liegt v. a. an höheren Raten von Komorbiditäten bei PLWH (wie z. B. erhöhtem Body Mass Index [BMI] oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung [COPD]), die mit schwereren Verläufen von COVID-19 assoziiert sind [13].

Wie auch bei anderen Impfungen hängt das Ansprechen auf die Corona-Impfung

Corona-Impfung

von der CD4-Zellzahl ab. Bei weniger als 200/µl CD4-Lymphozyten ist nicht nur das Risiko für Infektionen erhöht, sondern auch das Impfansprechen

Impfansprechen

reduziert, sodass ggf. auch wiederholte Auffrischungen notwendig werden [14]. Bei PLWH unter funktionierender antiretroviraler Therapie und guter Immunrekonstitution scheint das Impfansprechen vergleichbar mit dem von Immungesunden, sodass hier neben der empfohlenen 4. Impfung nach aktuellem Stand keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind [15].

Die Behandlung von COVID-19

Behandlung von COVID-19

mit Molnupiravir und Nirmatrelvir/Ritonavir wird Patienten*innen mit hohem Risiko für Hospitalisierung (ungeimpft, Adipositas, Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz oder COPD etc.) empfohlen. Hierbei ist, wie bei anderen Medikamenten auch, insbesondere auf Wechselwirkungen

Wechselwirkungen

mit der antiretroviralen Therapie zu achten (s. auch: www.liverpool-druginteraction.org).

Die PrEP

PrEP

ist seit September 2019 Gegenstand des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherungen. Durch die Einnahme von Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat 200/245 mg 1‑mal täglich wird eine Infektion mit HIV wirksam verhindert. Eine sog. anlassbezogene Einnahme

anlassbezogene Einnahme

(beginnend 1 bis 2 Tage vor einem geplanten Sexualkontakt und von da an kontinuierlich bis 2 Tage nach dem letzten Sexualkontakt) zeigt sich ebenfalls wirksam, stellt jedoch einen „off-label use“ dar. Indikation für die Einleitung der PrEP ist ein erhöhtes Infektionsrisiko mit HIV, dies umfasst unter anderem serodiskordante Paare, bei denen der HIV-positive Partner nicht unterhalb der Nachweisgrenze ist, Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und Sexarbeiter*innen [16].

Mehrere Studien untersuchten die Wirksamkeit von antiretroviralen Medikamenten (insbesondere Tenofovir) auch als COVID-Prophylaxe

COVID-Prophylaxe

. Auch wenn die Datenlage bisher nicht befriedigend ist, wird ein gewisser protektiver Effekt in Bezug auf Inzidenz, Krankheitsschwere und Mortalität angenommen [17].

Die Inanspruchnahme der PrEP zeigte im Zuge der Pandemie Rückgänge in Phasen von hohen SARS-CoV-2-Inzidenzen mit anschließend sukzessivem Wiederanstieg in der Folgezeit, auch eine vorübergehende Einschränkung von Sexualkontakten wurde berichtet [4, 18]. Trotzdem war die Rate der diagnostizierten STI bei dieser Gruppe konstant [19].

Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae

In Finnland konnte für Infektionen mit Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae kein reduzierender Effekt durch die restriktiven Maßnahmen im Lockdown gezeigt werden [20]. In den USA zeigte sich eine deutliche Reduktion des Screenings auf Chlamydien und Gonokokken im Rahmen der Pandemie. Es wird geschätzt, dass hierdurch allein im Zeitraum zwischen März 2020 und Juni 2020 fast 28.000 Fälle von Chlamydien und mehr als 5500 Infektionen mit Gonokokken unerkannt geblieben sind [21]. Eine Gonokokkeninfektion

Gonokokkeninfektion

kann je nach Lokalisation zu Urethritis, Proktitis und Pharyngitis führen. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 6 Tage. Bei aufsteigender genitaler Infektion kann eine Prostatitis, Epididymitis bzw. „pelvic inflammatory disease“ auftreten. Rein klinisch ist eine Infektion mit Gonokokken nicht von anderen STI zu unterscheiden. Bei Frauen verläuft eine genitale Gonokokkeninfektion in mehr als 50 % der Fälle asymptomatisch. Der Nachweis der Bakterien

Nachweis der Bakterien

erfolgt mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) oder Kultur. Bei positivem Nachweis mittels PCR sollte immer ein weiterer Abstrich zur Anlage einer Kultur und Resistenzbestimmung erfolgen. Bei kalkulierter Therapie

kalkulierter Therapie

(vor abgeschlossener Diagnostik) sollte eine 1‑malige Therapie mit Ceftriaxon 1–2 g i.v. oder i.m. sowie Azithromycin 1,5 g p.o. erfolgen. Alternativ kommt Cefixim 800 mg p.o. 1‑malig in Kombination mit Azithromycin 1,5 g p.o. in Betracht, diese Therapie zeigt jedoch auf pharyngealen Befall keine ausreichende Wirksamkeit. Eine Monotherapie mit Azithromycin wird aufgrund steigender Resistenzen nicht empfohlen. Nur nach erfolgter Resistenztestung

Resistenztestung

und nachgewiesener Empfindlichkeit kommen Ciprofloxacin 500 mg p.o., Ofloxacin 400 mg p.o. und Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich für 7 Tage als Therapiealternativen in Betracht. Eine Therapiekontrolle sollte 4 Wochen nach erfolgter Therapie durchgeführt werden [22].

Auch in Dänemark konnte für Infektionen mit Chlamydia trachomatis

Chlamydia trachomatis

kein reduzierender Effekt der COVID-19-Restriktionen gezeigt werden. Im ersten Lockdown wurde hier zwar zunächst ein Rückgang der Infektionen um ca. 25 % verzeichnet, jedoch korrelierte dieser auch mit einem Rückgang an durchgeführten Screeningtests. Im zweiten Lockdown konnte dann ein Anstieg von Chlamydieninfektionen gezeigt werden. In den Zeiträumen nach den jeweiligen Lockdowns wurden ähnlich viele Infektionen nachgewiesen wie vor Beginn der Pandemie [23]. Chlamydien sind obligat intrazelluläre gramnegative Bakterien. Die Inkubationszeit beträgt 7 bis 42 Tage. Sonderform einer Chlamydieninfektion ist das Lymphogranuloma venereum

Lymphogranuloma venereum

(LGV) bei Infektion mit Chlamydien des Serovar L1–L3, das oft mit einschmelzender und abszedierender Lymphangitis einhergeht. Bei der Therapie der Chlamydieninfektion ist Doxycyclin 100 mg 2‑mal täglich p.o. für 7 Tage (bei LGV 21 Tage) Mittel der ersten Wahl. Mittel der zweiten Wahl ist Azithromycin 1,5 g p.o. 1‑malig (bzw. bei LGV an den Tagen 1, 8, 15 oder Erythromycin 4‑mal 500 mg p.o. pro Tag für 21 Tage). Eine Kontrolluntersuchung sollte ca. 8 Wochen nach Beendigung der Therapie erfolgen.

Mycoplasma genitalium

In einer italienischen Kohorte stieg die Zahl der diagnostizierten Mycoplasma-genitalium-Infektionen von 2019 auf 2020 an [24]. Auch in einer Bochumer Kohorte zeigte sich eine leicht ansteigende Positivenrate im Vergleich zwischen 2019 und 2020 von 6,1 % auf 6,3 % [25]. Da keine Meldepflicht besteht, sind keine offiziellen Inzidenzzahlen für Deutschland verfügbar.

Mycoplasma-genitalium-Infektionen sind für bis zu 35 % der nicht-gonorrhoischen und nicht-Chlamydien-assoziierten Urethritiden

Urethritiden

verantwortlich. Ungewollte Kinderlosigkeit, Schwangerschaftskomplikationen und aufsteigende Entzündungen sind bekannte Komplikationen. Viele Infektionen verlaufen jedoch auch asymptomatisch. Während bei symptomatischen Mycoplasma-genitalium-Infektionen noch weitestgehend Einigkeit über Diagnostik und Therapie herrscht, besteht Uneinigkeit unter Expert*innen über den Umgang mit asymptomatisch infizierten Personen.

Eine Behandlung der Infektion mit Mycoplasma genitalium sollte initial mit Azithromycin

Azithromycin

500 mg an Tag 1 und 250 mg an den Tagen 2 bis 5 erfolgen, alternativ 1‑malig mit 1,5–2 g p.o. Resistenzen zeigen einen ansteigenden Trend, dies wird unter anderem auch durch die hohe Wahrscheinlichkeit für De-novo-Resistenzbildung

De-novo-Resistenzbildung

bedingt, was die Wichtigkeit einer Kontrolle einer suffizienten Eradikation unterstreicht. Doxycyclin allein zeigt sehr geringe Heilungsraten, kann jedoch die Bakterienmenge verringern, sodass eine alleinige Therapie nicht empfohlen wird, eine Kombination mit Azithromycin jedoch sinnvoll sein kann. Bei Therapieversagen wird eine Therapie mit Moxifloxacin 400 mg 1‑mal täglich p.o. für 7 Tage empfohlen. Bei weiter ausbleibendem Therapieerfolg stellt Pristinamycin 1 g 4‑mal täglich für 10 Tage das Mittel der dritten Wahl dar. Eine Therapiekontrolle sollte frühestens 4 Wochen nach Therapieabschluss erfolgen [25, 26].

Mpox („Affenpocken“)

Seit Anfang Mai 2022 häufen sich Berichte über einen weltweiten Affenpockenausbruch mit Übertragung von Mensch zu Mensch in Ländern, in denen dieser Erreger bisher kaum vorkam [27]. Mit Stand 21.11.2022 sind 3672 Mpox-Fälle an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt worden [28]. Die Übertragung

Übertragung

erfolgt bei engem körperlichem Kontakt, insbesondere im Zusammenhang mit sexueller Aktivität. Die Symptome

Symptome

wie Fieber und Lymphknotenschwellung können zu Beginn einer COVID-19-Infektion ähneln. In den Pockenläsionen befinden sich besonders hohe Viruskonzentrationen. Sowohl Bläscheninhalt als auch Schorf sind infektiös. Die Inkubationszeit wird mit 4 bis 21 Tagen angegeben. Die Diagnostik

Diagnostik

erfolgt mittels PCR aus Abstrichmaterial von Hautveränderungen. Koinfektionen mit weiteren STI und asymptomatische Infektionen sind beschrieben. Die Behandlung ist überwiegend symptomatisch. Wichtig ist die Verhinderung von Superinfektionen. Tecovirimat

Tecovirimat

ist für die Behandlung schwerer Infektionen zugelassen, aber aktuell in Deutschland nur begrenzt verfügbar. Die Variola-Impfung

Variola-Impfung

, die in Deutschland bis zum Ende der 1970er-Jahre durchgeführt wurde und jetzt wieder mit modernisiertem Impfstoff Risikogruppen empfohlen wird, bietet bei ca. 85 % der Geimpften einen Schutz vor einer Infektion oder schweren Erkrankung [27].

Schlussfolgerung

Sollte das Screeningverhalten

Screeningverhalten

weiterhin Einschränkungen unterliegen, während sich das Sexual- und Risikoverhalten

Sexual- und Risikoverhalten

auf das Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie zurückentwickelt, so ist im Zuge der nächsten Jahre ein deutlicher Anstieg der Infektionen mit STI zu erwarten. Für den Großraum Atlanta in den USA werden unter den aktuell herrschenden Bedingungen fast 900 zusätzliche HIV-Infektionen und über 57.000 zusätzliche Infektionen mit STI in den nächsten 5 Jahren vorausgesagt [29]. Eine verspätete Diagnose

verspätete Diagnose

einer STI bietet nicht nur das Risiko der Weitergabe von Infektionen, sondern führt auch zu vermehrtem Aufkommen von Infektionen in späteren Stadien, die mit zusätzlichen Komplikationen und Begleiterkrankungen einhergehen können. Jeder Kontakt zu einem Arzt oder einer Ärztin ist eine Chance, insbesondere bei Symptomen wie Fieber, Lymphknotenschwellung und Hautausschlägen einen HIV- bzw. STI-Test

HIV- bzw. STI-Test

zu veranlassen. Auch im Rahmen von COVID-19-Infektionen sind multiple Hautveränderungen beschrieben [30].

Die SARS-CoV-19-Pandemie kann auch Chancen bieten. Mit einem neuen Bewusstsein für die eigene und generelle Gesundheit der Bevölkerung könnten entsprechende Präventionskampagnen

Präventionskampagnen

weitreichendere Bevölkerungsgruppen erreichen, als es bisher der Fall gewesen ist. Der Umgang mit Schnell- und Selbsttests

Schnell- und Selbsttests

ist den meisten Menschen nicht mehr fremd, für HIV und Syphilis existieren bereits entsprechende Test-Kits, die Entwicklung von Tests für weitere STI ist vom technischen Aspekt möglich [31]. Auch die Einrichtung von Point-of-Care-Stationen

Point-of-Care-Stationen

wie bei Testzentren für Corona eröffnet weitreichendere Möglichkeiten. Ferner bieten Heimtests

Heimtests

eine Möglichkeit, Zeiten von eingeschränkter Verfügbarkeit medizinischer Ressourcen zu überbrücken, eine gute Akzeptanz dieser konnte bereits in New York City gezeigt werden [32].

Cave

Bei allen STI Partner*innen-Therapie und Test of Cure beachten!

Fazit für die Praxis

  • Auch wenn die Meldezahlen für sexuell übertragbare Infektionen teilweise im Jahr 2020 rückläufig waren, ist in den nächsten Jahren wieder mit einem STI(sexuell übertragbare Infektionen)-Anstieg zu rechnen.

  • Eine leitliniengerechte Diagnostik und Therapie hilft, Antibiotikaresistenzen zu vermeiden und Komplikationen zu verhindern.

  • STI dürfen im Spektrum der Differenzialdiagnosen nicht vergessen werden.

CME-Fragebogen

Bei einem Patienten zeigte sich die Syphilisserologie positiv (Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest [TPHA] 1:1280; Veneral-Disease-Research-Laboratory-Test [VDRL] 1:16). Der Patient hat keinerlei Symptome, es sei ihm keine Infektion bekannt. Ein Infektionszeitpunkt ist nicht zu eruieren. Der Patient hat keine bekannten Allergien. Womit behandeln Sie?

Benzylpenicillin-Benzathin 2,4 Mega i.m. 1‑malig

Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑malig

Doxycyclin 100 mg 1‑0‑1 für 7 Tage

Benzylpenicillin-Benzathin 2,4 Mega i.m. an den Tagen 1, 8, 15

Azithromycin 1,5 g p.o. + Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑malig

Welche Aussage zur sexuellen Gesundheit trifft zu?

Bei Frauen sind sexuell übertragbare Infektionen selten asymptomatisch.

Männer, die Sex mit Männern haben, haben ein geringes Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen.

Eine sexuell übertragbare Infektion sollte aus Gründen der Resistenzbildung nur therapiert werden, wenn sie symptomatisch ist.

Sexuell übertragbare Infektionen können bei Verwendung eines Kondoms nicht übertragen werden.

Bei Nachweis einer sexuell übertragbaren Infektion sollte(n) der/die Sexualpartner*innen untersucht und ggf. mitbehandelt werden.

In Ihrer Praxis stellt sich ein junger Mann mit seit 2 Tagen bestehendem putridem urethralem Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen vor. Fieber oder weitere Allgemeinsymptome werden verneint. Eine Therapie ist bislang nicht erfolgt. Sie entnehmen Abstriche und wollen kalkuliert therapieren. Es liegen keine Allergien vor. Welches ist die richtige Therapie?

Benzylpenicillin-Benzathin 2,4 Mega i.m. 1‑malig

Azithromycin 1,5 g 1‑malig

Moxifloxacin 400 mg 1‑0‑0 für 7 Tage

Ceftriaxon 2 g i.v./i.m. + Azithromycin 1,5 g p.o. 1‑malig

Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑mal täglich für 10 Tage

Welche Aussage zu sexuell übertragbaren Infektionen ist korrekt?

Eine Therapiekontrolle ist nur erforderlich, wenn 4 Wochen nach Therapie weiterhin Symptome bestehen.

Wenn kein putrider Ausfluss besteht, kann eine Infektion mit Neisseria gonorrhoeae klinisch ausgeschlossen werden.

Die Inzidenzen sexuell übertragbarer Infektionen zeigen einen rückläufigen Trend.

Vor Therapie einer Gonokokkeninfektion sollte ein Abstrich zur Resistenzbestimmung entnommen werden.

Koinfektionen mit mehreren Erregern sexuell übertragbarer Infektionen sind eine Rarität.

Eine 37-jährige Patientin stellt sich in Ihrer Praxis vor. Seit 2 Wochen bestünde eine einseitige Tonsillitis, die auf eine vom HNO(Hals-Nasen-Ohren)-Arzt verordnete Therapie mit Amoxicillin und Clindamycin nicht angesprochen habe. Sie führen Abstriche auf sexuell übertragbare Infektionen durch, hier erfolgt der Nachweis von Neisseria gonorrhoeae. Es sind keine Allergien bekannt. Welche Therapie ist indiziert?

Cefixim 800 mg p.o. 1‑malig

Ceftriaxon 2 g i.v. 1‑malig

Azithromycin 1,5 g p.o. 1‑malig

Doxycyclin 100 mg 1‑0‑1 für 7 Tage

Ciprofloxacin 500 mg p.o. 1‑malig

Welche Aussage zum Einfluss der COVID-19-Pandemie auf sexuell übertragbare Infektionen ist richtig?

Die Pandemie zeigte keinen Einfluss auf das Testverhalten der Menschen.

Die Einschränkungen von Kontakten zeigten sich als wirksames Mittel zur Reduktion sexuell übertragbarer Infektionen.

In den kommenden Jahren ist mit einem erheblichen Anstieg von sexuell übertragbaren Infektionen zu rechnen.

Test- und Screeningangebote vor der Pandemie zeigten einen ausreichenden Erfolg hinsichtlich einer Reduktion sexuell übertragbarer Infektionen.

Bei Testangeboten im Sinne von Schnell- und Selbsttests ist mit geringer Akzeptanz zu rechnen.

Ein 23-jähriger Patient stellt sich in Ihrer Praxis vor. Er berichtet, aufgrund wechselnder Geschlechtspartner die HIV(humanes Immundefizienzvirus)-Präexpositionsprophylaxe einnehmen zu wollen. Er habe ausschließlich Sex mit anderen Männern, in den letzten 6 Monaten habe er 10 Sexualpartner gehabt. Welche Aussage zur HIV-Präexpositionsprophylaxe ist richtig?

Eine anlassbezogene Einnahme sollte aufgrund von eingeschränkter Wirksamkeit nur in Ausnahmefällen erfolgen.

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe ist keine Kassenleistung.

Sie erfolgt mit Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat 200/245 mg 1‑mal täglich.

Sie ist nur für HIV-negative Partner*innen von HIV-positiven Personen zugelassen.

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe schützt weiterhin vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

In Ihrer Praxis stellt sich ein junger Mann mit einer entzündlichen Lymphknotenschwellung in der linken Leiste vor. Diese zeigt sich druckdolent. Auf Nachfrage habe ca. 1 Woche zuvor auch eine Erosion an der Glans penis bestanden. Sie vermuten eine Infektion mit Chlamydia trachomatis des Serovar L1–L3. Welche Aussage zum weiteren Vorgehen ist korrekt?

Zur Diagnosestellung benötigen Sie einen kulturellen Nachweis des Erregers.

Eine Therapie mit Doxycyclin 100 mg 1‑0‑1 für 21 Tage ist indiziert.

Eine differenzialdiagnostisch infrage kommende Syphilisinfektion erfordert eine zusätzliche Therapie.

Eine Therapie ist optional, da auch ohne Therapie eine Ausheilung der Infektion zu erwarten ist.

Sie informieren den Patienten, dass Abszedierung und Eiterentleerung untypisch sind.

Welche Aussage zur Syphilis ist richtig?

Eine orale Ulzeration kommt differenzialdiagnostisch als Primäraffekt nicht infrage.

Eine Gabe von Steroiden vor der Therapie schränkt den Therapieerfolg ein und sollte daher nur in Ausnahmefällen erfolgen.

Das Auftreten eines makulopapulösen Exanthems ist typisch für das Primärstadium.

Eine Spätsyphilis ist als Bestehen einer Syphilisinfektion länger als 6 Monate definiert.

Im Spätstadium ist ein Befall des Zentralnervensystems (ZNS) möglich.

In Ihrer Praxis stellt sich eine 27-jährige Patientin vor. Sie habe seit 1 Monat einen neuen Partner, der ihr erzählt habe, dass bei ihm 6 Monate zuvor eine asymptomatische Infektion mit Mycoplasma genitalium diagnostiziert und antibiotisch behandelt worden ist, der Name des Antibiotikums ist nicht erinnerlich. Die Patientin habe in der Vergangenheit allergisch auf Amoxicillin reagiert und habe Sorgen, im Falle einer Infektion nicht behandelt werden zu können. Welche Aussage zur Therapie einer Mycoplasma-genitalium-Infektion trifft zu?

Als Teil der Normalflora besitzt Mycoplasma genitalium keinen Krankheitswert.

Bei Nachweis sollte eine Therapie mit Doxycyclin 100 mg 1‑0‑1 für 7 Tage erfolgen.

Aufgrund von häufigen Resistenzen wird die Therapie mit Azithromycin nicht mehr empfohlen.

Bei Therapieversagen der Erstlinientherapie sollte eine Therapie mit Pristinamycin 1 g 4‑mal täglich für 7 Tage erfolgen.

De-novo-Resistenzbildung ist häufig, was die Therapie verkomplizieren kann.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

Gemäß den Richtlinien des Springer Medizin Verlags werden Autoren und Wissenschaftliche Leitung im Rahmen der Manuskripterstellung und Manuskriptfreigabe aufgefordert, eine vollständige Erklärung zu ihren finanziellen und nichtfinanziellen Interessen abzugeben.

Autoren

N. Nowack: A. Finanzielle Interessen: Reisekostenerstattung i. R. des Campus Infektiologie 2022, Gilead Sciences. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Assistenzarzt Dermatologie, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Katholische Kliniken Bochum gGmbH, Bochum. A. Skaletz-Rorowski: A. Finanzielle Interessen: Honorar und Reisekostenerstattung i. R. der DAGNÄ und des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin, AbbVie. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Geschäftsführende Leiterin des WIR-Walk In Ruhr, Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum, Katholisches Klinikum Bochum gGmbH, Bochum. A. Potthoff: A. Finanzielle Interessen: Forschungsförderung zur persönlichen Verfügung: Personalmittel: ViiV Health Care, AbbVie, PKV. – Advisory Board ViiV, MSD, Reise/Kongresskosten Gilead. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Oberärztin, seit 01.07.2021 Leitende Abteilungsärztin, WIR – Walk In Ruhr; Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum | Mitgliedschaften/Funktionen in Interessenverbänden: DAIG, DGI, DDG, DSTIG (Schatzmeisterin).

Wissenschaftliche Leitung

Die vollständige Erklärung zum Interessenkonflikt der Wissenschaftlichen Leitung finden Sie am Kurs der zertifizierten Fortbildung auf www.springermedizin.de/cme.

Der Verlag

erklärt, dass für die Publikation dieser CME-Fortbildung keine Sponsorengelder an den Verlag fließen.

Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.

Footnotes

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Articles from Dermatologie (Heidelberg, Germany) are provided here courtesy of Nature Publishing Group

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